Kultur 3 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Jodie Foster ermittelt als Psychiaterin in Paris und wird zum Streaming-Hit in Polen
Der französische Psychothriller «Vie privée» mit Jodie Foster in der Hauptrolle hat auf HBO Max Polen den ersten Platz der meistgesehenen Titel erreicht und führt die Liste weiterhin an.
Der Psychothriller «Ostatnia sesja w Paryżu» (Originaltitel «Vie privée») hat auf HBO Max Polen die Spitze der meistgesehenen Titel erobert. Im Film von Regisseurin Rebekka Zlotowski spielt Jodie Foster die Hauptrolle. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war der Film weiterhin der meistgesehene Titel des Streaming-Dienstes. Er hatte zuvor in den Kinos gezeigt, bevor er im Streaming erschien.
Foster verkörpert die Pariser Psychiaterin Lilian Steiner. Eine ihrer Patientinnen stirbt überraschend, und die Todesursache bleibt zunächst unklar. Infrage kommen Suizid, Mord oder ein ärztlicher Behandlungsfehler. Lilian beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und zieht dabei auch ihren Ex-Mann in die Untersuchung hinein. Aus diesem Ausgangspunkt entwickelt sich eine Geschichte, die zwischen psychologischer Studie und Kriminalfall pendelt. Der Film erzählt weniger von einer klassischen Jagd nach dem Täter als von einer Frau, die ihre eigene Arbeit und ihre Beziehungen hinterfragt.
Besonders hervorgehoben wird die Leistung von Jodie Foster. Es handelt sich um ihre erste Hauptrolle, die vollständig auf Französisch gespielt wird. Kritiker loben ihre Sprachbeherrschung, die emotionale Tiefe ihrer Darstellung und ihren Sinn für Situationskomik. In der Besetzung stehen außerdem Daniel Auteuil, Virginie Efira, Mathieu Amalric und Vincent Lacoste. Gerade das Zusammenspiel mit diesen französischen Darstellern gilt als einer der Gründe, warum der Film in Europa stark wahrgenommen wurde.
Die Reaktionen der Kritik fallen gemischt aus. Auf Rotten Tomatoes empfehlen 82 Prozent der Kritiker den Film. Auf IMDb erreicht er eine Bewertung von 5,9 von 10 Punkten. Mehrere Rezensenten beschreiben ihn als elegante Charakterstudie, deren Krimirahmen jedoch unbeholfen wirkt. Zudem wird eine Hommage an Alfred Hitchcock erkannt, die sich vor allem in der Spannungsführung und im Blick auf die Hauptfigur zeigt. Die Kritik am Krimiaspekt steht dabei im Kontrast zur durchweg positiven Würdigung von Fosters Spiel.
Der Film feierte seine Weltpremiere im Mai 2025 bei den Filmfestspielen in Cannes, außerhalb des Wettbewerbs. Dort erhielt er stehende Ovationen. Der Kinostart in Frankreich erfolgte am 26. November 2025 über den Verleih Ad Vitam. In den Vereinigten Staaten soll der Film am 16. Januar 2026 durch Sony Pictures Classics in die Kinos kommen. Dass der Titel in Polen zunächst im Kino lief und erst danach im Streaming erschien, entspricht dieser üblichen Auswertungsreihenfolge, die sich über mehrere Monate erstreckt.
Quelle: elle.pl
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