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Carlos Morales kritisiert, dass Toho seine alten Monster kaum auftreten lässt

Ein IGN-Kommentar kritisiert, dass die jüngsten Godzilla-Filme viele Monster der Reihe ungenutzt lassen, obwohl Minus Zero mit King Ghidorah einen klassischen Gegenspieler zurückbringt.

Carlos Morales kritisiert, dass Toho seine alten Monster kaum auftreten lässt
© ign.com

Godzilla ist seit seinem Debüt 1954 eine der bekanntesten Figuren des japanischen Kinos, doch ein Großteil seines Monster-Ensembles spielt in den aktuellen Produktionen kaum eine Rolle. Der IGN-Kommentar von Carlos Morales setzt genau hier an. Der Autor fragt, wo die übrigen Gegenspieler und Verbündeten bleiben, obwohl der Stoff seit Jahrzehnten reichhaltig ist. Anlass ist Godzilla Minus Zero, dessen Antagonist laut dem Text erneut King Ghidorah ist.

King Ghidorah ist eine der markantesten Figuren der Reihe. Er wird als außerirdisches Wesen gezeigt, das im Japan der Nachkriegszeit notlandet. Die Figur gilt vielen Interpretationen zufolge als Metapher für die amerikanische Besatzung, eine Lesart, die seine Bedeutung über den bloßen Schauwert hinaus erklärt. Dass ausgerechnet dieser Gegner zurückkehrt, zeigt laut Morales, dass die Filmemacher auf bewährte Figuren setzen. Die übrigen Monster bleiben jedoch oft im Hintergrund.

Toho hat seit 1954 mehr als 30 Godzilla-Filme produziert. Das Monster-Ensemble ist entsprechend groß. Der Kommentar verweist darauf, dass Anguirus bereits in Godzilla Raids Again eingeführt und in der Shōwa-Ära zu Godzillas Verbündetem wurde. Seit Godzilla: Final Wars aus dem Jahr 2004 treten in Realfilmen laut dem Text nur noch Mothra, Rodan, Ghidorah und Mechagodzilla auf. Viele andere Figuren verschwinden damit aus dem Blickfeld des Publikums.

Ein Grund dafür liegt in den Rechteverhältnissen. Das MonsterVerse muss die Toho-Monster einzeln lizenzieren und erfindet deshalb eigene Kaiju. Morales argumentiert, dass in der Reiwa-Ära viele Monster ungenutzt im Regal bleiben. Als vernachlässigte Gegner nennt er Gigan, Megalon, Biollante, Destoroyah, Orga und Megaguirus. Kiryu sei dagegen der einzige Toho-Kaiju aus der Zeit nach der Shōwa-Ära, der in mehreren Realfilmen auftrat.

Gleichzeitig verweist der Text darauf, dass die Figuren außerhalb der Kinofilme am Leben gehalten wurden. Expandierte Medien und die Spiele von Pipeworks sorgten dafür, dass vernachlässigte Monster populär blieben. Destroy All Monsters Melee wurde als remasterte Fassung neu veröffentlicht. Nach dem Teaser von Minus Zero im April kursierten unter Fans Witze über einen »Gravity Anguirus«. Ob sich daraus etwas Ernstes entwickelt, bleibt offen.

Auch SpaceGodzilla wird im Kommentar erwähnt. Laut Berichten wurde die Figur bei der Writers Guild of America registriert, die entsprechende Registrierung wird für Godzilla x Kong: Supernova angeführt. Ob SpaceGodzilla tatsächlich im Film auftritt, ist nach den vorliegenden Angaben jedoch unklar, da nur die Registrierung belegt ist.

Zum wirtschaftlichen Hintergrund: Laut Deadline startete Minus Zero mit rund 32 Millionen US-Dollar, der größte Teil davon stammte aus IMAX- und Premium-Formaten. Der Anteil der Eröffnung in IMAX und PLF übertrifft laut demselben Bericht den der Eröffnung von The Odyssey. Regisseur Takashi Yamazaki äußerte sich laut Slashfilm dazu, dass eine King-Ghidorah-Szene ihn seit Jahrzehnten beschäftigt habe. Die Franchise ist mit zwei laufenden Filmreihen und der Serie Legacy of Monsters auf Apple TV+ derzeit breit aufgestellt. Ob die Filmemacher die übrigen Monster künftig stärker einbinden, bleibt abzuwarten.

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Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.