Kultur 4 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Hoyoverse wagt sich mit Nodusfall in düstere Gefilde
Hoyoverse präsentiert mit Nodusfall einen kooperativen Action-Titel, der sich deutlich von früheren Werken unterscheidet: düsterer, erwachsener und mit einem Fokus auf Teamkämpfe gegen riesige Monster.
Hoyoverse, bekannt für farbenfrohe Anime-Welten wie Genshin Impact und Honkai: Star Rail, schlägt mit Nodusfall einen ungewohnt düsteren Weg ein. In einer ersten spielbaren Vorschau zeigt sich ein kooperativer Action-Titel, der in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt ist, in der laut Entwicklerangaben «die göttliche Ordnung zerfallen und die Ordnung zusammengebrochen» ist. Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle eines Webers, der diese Ordnung wiederherstellen soll.
Der auffälligste Unterschied zu früheren Hoyoverse-Titeln ist der Ton. Statt leuchtender Farben und niedlicher Charaktere erwartet die Spielenden eine deutlich dunklere, fast endzeitliche Atmosphäre. Das Kampfsystem orientiert sich nicht an Soulslike-Titeln, sondern an klassischen Actionspielen: Es gibt leichte und schwere Angriffe, eine Ausdauerleiste, aber auch echte Combos, die nicht einfach dieselben Animationen wiederholen. Drei Fähigkeiten und eine Ultimate stehen zur Verfügung, was den Kämpfen mehr Dynamik verleihen soll. Wer ausweicht, wird belohnt, doch die Gegner sind schnell und fordern Risikobereitschaft statt vorsichtigem Abwarten.
In der Vorschau trat ein vierköpfiges Team gegen drei Bosse an. Den Anfang machte der Cleaver Fellstone, ein langsamer, aber wuchtiger Gegner, der als Einstieg diente. Danach folgte der Qiongqi, ein geflügelter Löwe mit Hörnern aus der chinesischen Mythologie, der die Gruppe zunächst komplett auslöschte. Erst nach einer kurzen Pause und besserer Abstimmung gelang es dem Team, den Kampf erneut aufzunehmen. Besonders die roten Kugeln, die der Qiongqi beschwört und die über Zeit Schaden verursachen, erwiesen sich als problematisch. Da die eigenen Fähigkeiten in der Luft wirkungslos blieben, musste die Gruppe ihre Rollen neu ordnen: Der Tank und die Nahkämpferin blieben am Boden, der Heiler hielt die Gruppe am Leben, und der Bogenschütze verursachte aus der Distanz Schaden.
Die Welt von Nodusfall ist laut Vorschau atemberaubend gestaltet. Auf dem Weg zu den Bossen durchquert das Team eine lebendige Landschaft mit fließenden Bächen, anderen Reisenden und umherstreifenden Tieren. Die Fortbewegung erfolgt auf Reittieren, wobei verschiedene Optionen zur Verfügung stehen. Zwar war die Demo stark gelenkt, doch die Neugier auf die offene Welt und die Interaktionsmöglichkeiten bleibt groß. Die Entwickler betonen, dass Nodusfall von Mythen aus aller Welt inspiriert ist und universelle Motive sowie klassische Erzählarchetypen neu interpretiert. Fast jede Kultur kennt eine Flutgeschichte, Drachen tauchen von Beowulf bis zur chinesischen Mythologie auf – diese Vielfalt soll in das Spiel einfließen.
Ob Nodusfall sich als reines Actionspiel oder als kooperatives Erlebnis mit Rollenspiel-Elementen etablieren wird, lässt sich nach der kurzen Anspielsession noch nicht abschließend beurteilen. Klar ist jedoch, dass Hoyoverse hier neue Wege geht und sich traut, eine erwachsenere, düstere Fantasy-Welt zu präsentieren. Für Fans des Studios und Freunde kooperativer Action könnte Nodusfall damit ein spannender Ausblick auf kommende Projekte sein.
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