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Sonntag, 30. August 2026 · Berlin

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Kultur 4 Min. Lesezeit Von

„4 Penny Coffins“: Jack the Ripper trifft auf „Among Us“

Das neue Multiplayer-Spiel „4 Penny Coffins“ versetzt bis zu acht Spieler ins London von 1888. Ein Spieler ist der Ripper, die anderen versuchen, ihn mit forensischen Fähigkeiten zu entlarven. Entwickler Other Ocean setzt auf eine Mischung aus Humor, Horror und Stil.

„4 Penny Coffins“: Jack the Ripper trifft auf „Among Us“
4 Penny Coffins Lets You Play 19th-Century Detective – Or a 10-Foot Demon Ripping Friends in Half

Das kommende Spiel „4 Penny Coffins“ mischt die Jagd nach Jack the Ripper mit der Sozialdeduktion von „Among Us“ und einer Prise Humor im Stil von Tim Schafer. In dem Multiplayer-Titel für bis zu acht Spieler durchsucht eine Gruppe das London des Jahres 1888 nach einem versteckten Mörder. Einer der Spieler ist der Ripper, ein „fröhlicher Dämon hinter einer Fassade der Menschlichkeit“, der durch die Gassen der Stadt schleicht.

Jared Petty, Marketing Manager bei Entwickler Other Ocean Interactive, beschreibt das Spiel als „eine gottverdammte Wucht“. Die Idee für den humorvollen Ansatz entstand laut Petty durch ein Gespräch mit Tim Schafer, dem Gründer von Double Fine Productions. Schafers Ansicht nach sei Humor in Videospielen das Einfachste der Welt, da das Medium auf einer kleinen gelben Figur aufgebaut sei, die von Geistern gejagt Punkte frisst. „Humor und Horror haben schon immer gut zusammengepasst“, sagt Petty. „Unsere Philosophie war: Das Komische lässt dich lachen, damit du nicht schreist.“

Der Multiplayer-Modus „Ripper“ ist klassenbasiert. Sieben Spieler verfügen über unterschiedliche forensische Fähigkeiten wie Fingerabdruck- und Blutspurenanalyse, Fotografieren, das Befragen von Zeugen und das Verfolgen von Spuren. Ein Spieler sabotiert diese Ermittlungen und verwandelt sich gelegentlich in ein zehn Fuß großes Dämonenmonster, das andere Spieler in zwei Hälften reißt. „Wenn du es liebst, deine Freunde zu verarschen, ist es ein wunderschönes Spiel“, so Petty.

Der Solomodus „Magistrate“ verfolgt einen anderen Ansatz und erinnert laut Petty stärker an Sherlock Holmes. Der Spieler hat eine Gruppe von Verdächtigen in einem Gefängnis, von denen einer der Ripper ist. Mit Werkzeugen aus allen Klassen muss der Spieler innerhalb eines Zeitlimits das Rätsel lösen. Bei einer falschen Anschuldigung gibt es Strafpunkte, nach drei Fehlversuchen ist das Spiel vorbei. „Du nimmst all deine deduktiven Fähigkeiten und alle Hinweise innerhalb des Zeitlimits, bringst sie zurück und musst jemanden aufhängen“, erklärt Petty.

Optisch setzt das Spiel auf einen besonderen Stil: Schwarz-Weiß-Grafik, die bei gewalttätigen Momenten von Rot durchbrochen wird. Die Entwickler ließen sich von der Graphic Novel „From Hell“ inspirieren und wollten eine abstrakte Darstellung des dystopischen Whitechapel von 1888 schaffen. „Wir haben uns gefragt: Wie würde eine alte Holzstich-Zeitung zum Leben erweckt aussehen? Wie würde ein körniges Foto aus der Zeit aussehen, wenn es sich bewegt?“, sagt Petty. Studioleiter Chris Navarro habe es auf den Punkt gebracht: „Es muss einfach cool aussehen.“

Der Gameplay-Teaser wurde im Rahmen der gamescom 2026 erstmals gezeigt. Petty hofft, dass Spieler die Sorgfalt schätzen, die in Geschichte, Mechanik und Stil geflossen ist. Er betont jedoch, dass man kein Horrorfan sein müsse, um das Spiel zu genießen. „Es ist ein großartiges Spiel für Freunde und allein. Es ist eine entspannte mentale Übung, fast ein Puzzle. Wenn du Puzzlespiele magst, wirst du es lieben.“

Moritz Albrecht

Autor

Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.