Die Polizei hat in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne sichergestellt, die mit einem Sprengsatz bestückt war. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war an dem Fluggerät ein Sprengstoff mit Zünder befestigt. Die Drohne sei in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine entdeckt worden, bestätigte ein Sprecher der Nato. Die Ermittlungen würden von deutschen Behörden geführt.
Das unbemannte Flugobjekt war kurz vor Mitternacht gegen 23.40 Uhr nahe der ukrainischen Maschine bemerkt worden. Die Bundespolizei rückte daraufhin an und sicherte die Drohne. Eine Untersuchung mit einem Röntgengerät ergab nach Angaben aus Sicherheitskreisen, dass an dem Gerät ein Päckchen mit einem Zünder angebracht war. Der Zünder sei jedoch defekt gewesen, eine akute Gefahr habe nicht bestanden. Die Polizei stufte den Vorgang als «sicherheitsrelevanten Vorfall» ein.
Der Flughafen Leipzig/Halle hatte den Flugbetrieb in der Nacht vollständig eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Airports und ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste gemeldet worden waren. Mehrere an- und abfliegende Maschinen wurden umgeleitet, darunter auch eine Passagiermaschine. Eine Frachtmaschine des Logistikunternehmens DHL musste nach Unternehmensangaben durchstarten und kollidierte dabei mit einem Gegenstand. Ob es sich dabei ebenfalls um eine Drohne handelte, war zunächst unklar. Die Drohnenabwehr des Flughafens hatte nach Medienangaben zwei unbemannte Flugobjekte aufgespürt.
Die Sicherheitskräfte sperrten den Bereich der Südpiste für die Ermittlungen weiträumig ab. Der Nordteil des Flughafens konnte den Angaben zufolge kurz vor zwei Uhr morgens wieder in Betrieb genommen werden. Seit den frühen Morgenstunden läuft dort der Flugbetrieb wieder. Die Südpiste bleibt derweil weiterhin gesperrt.
Die Landespolizei Sachsen hat die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen. Bislang ist unklar, wer die Drohne in den Luftraum über dem Flughafen gebracht hat und ob ein Zusammenhang mit der ukrainischen Transportmaschine besteht. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Drohne sei für einen Angriff ausgerüstet gewesen. Weshalb sie gezielt in der Nähe der ukrainischen Maschine auftauchte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Der Flughafen Leipzig/Halle dient als wichtiges Drehkreuz für Frachtmaschinen und wird unter anderem von DHL als zentraler Umschlagplatz genutzt. Der Vorfall in der Nacht hat dort zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Mehrere Flüge mussten umgeleitet werden, Passagiere und Fracht erreichten ihr Ziel mit Verspätung. Die zuständigen Behörden wollten sich am Morgen nicht zu möglichen Hintergründen oder einem politischen Motiv äußern. Nähere Angaben zu möglichen Tätern oder zum genauen Ziel der Drohne lagen zunächst nicht vor.



