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Montag, 10. August 2026 · Berlin

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Gesellschaft 6 Min. Lesezeit

Drei Teenager, drei Tore – Dortmunds Youngster schlagen Arsenal

Inacio, Karetsas und Gadou sind 18, 18 und 19 Jahre alt – und erzielten beim 3:2 in London alle BVB-Tore. Für Karetsas war es sogar das Debüt.

Drei Teenager, drei Tore – Dortmunds Youngster schlagen Arsenal
Borussia Dortmund

Ein Testspiel gegen den englischen Meister, das Emirates Stadium als Bühne und dann drei Tore durch Teenager: Borussia Dortmund hat Arsenal 3:2 geschlagen und dabei eine ziemlich perfekte Youngster-Story geliefert. Samuele Inacio, Konstantinos Karetsas und Joane Gadou sind 18, 18 und 19 Jahre alt. Zusammen erzielten sie alle Dortmunder Treffer – und machten aus einem Sommertermin ein Spiel, über das man deutlich länger spricht als über ein gewöhnliches Freundschaftsspiel.

Los ging es mit Inacio. Der 18-Jährige brauchte nur sieben Minuten, um zu treffen. Fabio Silva und Felix Nmecha machten das Spiel schnell, Inacio startete in die Lücke und schob den Ball mit einem Kontakt ins lange Eck. Arsenal hatte eigentlich druckvoll begonnen – plötzlich führte trotzdem der BVB. Genau solche Situationen sind für junge Spieler spannend: Es gibt kaum Zeit zum Nachdenken, aber sehr viel Aufmerksamkeit, wenn die Entscheidung sitzt.

Noch auffälliger wurde es in der 29. Minute. Konstantinos Karetsas bekam vor dem Strafraum Platz und zog mit links ab. Der Ball landete im Eck, Dortmund führte 2:0. Der verrückte Teil: Karetsas ist ebenfalls erst 18 und spielte zum ersten Mal überhaupt für den BVB. Er hatte nur wenige Tage mit der Mannschaft trainiert. Ein Debüt kann kaum sichtbarer beginnen, aber das bedeutet natürlich noch nicht, dass er jetzt automatisch einen Stammplatz bekommt.

Nach der Pause wurde es kurz unangenehm für Dortmund. Ethan Nwaneri verkürzte in der 54. Minute auf 1:2, und Arsenal war wieder voll im Spiel. Aber der BVB ließ die Stimmung nicht lange kippen. Vier Minuten später traf der 19-jährige Joane Gadou nach einer Ecke zum 3:1. Für den Innenverteidiger war es sein erstes Tor für Dortmund. Das Timing war fast genauso wichtig wie der Treffer selbst: Arsenal hatte gerade Hoffnung aufgebaut, Dortmund nahm sie sofort wieder weg.

Arsenal gab trotzdem nicht auf. Viktor Gyökeres verwandelte in der 69. Minute einen Elfmeter zum 2:3. Danach drückten die Londoner weiter, doch Dortmund rettete die Führung. Nach dem Abpfiff gab es sogar noch ein Elfmeterschießen, das Arsenal gewann. Das war aber nur eine zusätzliche Trainingsübung auf Wunsch von Mikel Arteta – das Spiel selbst ging 3:2 an den BVB. Wer nur die Elfmeterschützen sah, konnte also leicht übersehen, dass der Sieger schon vorher feststand.

Natürlich ist jetzt Vorsicht mit dem Hype angesagt. Ein starkes Testspiel macht niemanden automatisch zum Stammspieler. Genau deshalb war Dortmunds Trainer Niko Kovač nachher relativ entspannt. Für ihn ist in der Vorbereitung entscheidend, ob die Mannschaft Fortschritte zeigt. Trotzdem konnte auch Kovač die Teenager nicht ignorieren: Er lobte, wie die ersten beiden Tore herausgespielt wurden, und bezeichnete Karetsas als sehr guten Fußballer, der aber noch Zeit brauche.

Sportdirektor Lars Ricken setzte noch einen wichtigen Punkt dazu. Junge Spieler können nur so glänzen, wenn die erfahrenen Jungs um sie herum ebenfalls funktionieren. Das ist weniger spektakulär als ein Debüt-Tor, erklärt aber, warum Dortmunds Jugendstory nicht nur aus Einzelaktionen bestand. Bei Inacios Treffer waren Silva und Nmecha entscheidend beteiligt, bei Gadous Tor kam die Chance aus einer Standardsituation. Die Teenager standen im Mittelpunkt, aber nicht außerhalb des Teams.

Dortmund war in London außerdem nicht komplett. Emre Can und Nico Schlotterbeck fehlten unter anderem, Gregor Kobel und Julian Ryerson waren nach ihrer Pause noch nicht dabei. Genau in solchen Situationen entscheidet sich, ob „viel Talent im Kader“ nur eine schöne Formulierung ist oder wirklich hilft. Gegen Arsenal half es. Ob das auch über Wochen funktioniert, lässt sich aus einem einzigen Spiel noch nicht ableiten.

Für die drei Torschützen geht es jetzt sehr schnell weiter. Am 15. August spielt Dortmund zu Hause gegen die AS Rom. Am 22. August steht gegen Bayern München im Franz-Beckenbauer-Supercup schon der erste Titel auf dem Spiel. Da wird es deutlich ernster als in einem Sommer-Cup. Wer dort Minuten bekommt, hat sich nicht nur Aufmerksamkeit, sondern echtes Trainervertrauen verdient.

Arsenal hat sogar noch weniger Zeit. Schon am 16. August wartet Manchester City im Community Shield. Die Londoner haben gegen Dortmund zweimal gezeigt, dass sie zurückkommen können. Sie haben aber auch drei Gegentore kassiert – und das gegen eine BVB-Mannschaft, bei der die jüngsten Spieler die Schlagzeilen geschrieben haben. Also ja: Es war „nur“ Vorbereitung. Aber wenn du 18 bist, dein erstes BVB-Spiel machst und Arsenal einen Ball in den Winkel legst, darf das trotzdem ein ziemlich großer Tag sein. Karetsas, Inacio und Gadou haben dafür gesorgt, dass man sich ihre Namen vor Saisonstart merkt.