Die russische Justiz hat den Milliardär Waleri Kustow festnehmen lassen. Der Lebensmittelunternehmer steht im Verdacht, beim Bau von Drohnen für das Militär betrügerisch gehandelt zu haben. Mit ihm wurde auch der Generaldirektor seines Konzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen.
Nach Medienberichten geht es um einen Staatsauftrag zur Entwicklung der schweren Transportdrohne C-80. Diese wird von der russischen Armee im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt, um Soldaten an der Front zu versorgen. Aus Militärkreisen gibt es jedoch scharfe Kritik an dem Modell. Verteidigungsminister Andrej Beloussow erklärte bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin, die Drohne müsse grundlegend überarbeitet werden.
Im Zusammenhang mit dem Skandal sitzen bereits mehrere hohe Beamte in Untersuchungshaft, darunter eine Abteilungsleiterin des russischen Industrieministeriums. Ihr wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen. Die genauen Vorwürfe gegen Kustow sind bislang nicht bekannt.
Kustow gehört zu den reichsten Russen. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Sein Kapital erwirtschaftete er mit dem Lebensmittelkonzern Efko, der in Russland vor allem für Mayonnaise bekannt ist. Wie tief er in den Drohnenskandal verstrickt ist, bleibt unklar.
Der Fall zeigt, dass der Kreml auch bei prominenten Geschäftsleuten nicht zögert, juristisch vorzugehen, wenn Staatsaufträge in Misskredit geraten. Beobachter sehen darin ein Signal, dass die russische Führung die Kontrolle über Rüstungsprojekte verschärft.



