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Dienstag, 27. Oktober 2026 · Berlin

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Lionsgate gründet Joint Venture mit Filmproduzent Steven Paul

Der Studio-Konzern Lionsgate und der Unternehmer und Produzent Steven Paul bündeln ihre Kräfte in einem Joint Venture. Paul, der sich bei Präsident Donald Trump für eine staatliche Steuerförderung für Hollywood eingesetzt hat, will mit seiner Firma SP Media in neue Projekte investieren.

Lionsgate gründet Joint Venture mit Filmproduzent Steven Paul
Lionsgate Forms Joint Venture With Steven Paul, Movie Producer Who Has Had Trump’s Ear

Lionsgate und der Unternehmer und Filmproduzent Steven Paul gründen ein gemeinsames Joint Venture. Über dieses Gemeinschaftsunternehmen wird Pauls Firma SP Media eine als »erheblich« bezeichnete Summe in neue Initiativen gemeinsam mit Lionsgate investieren. Die genaue Höhe des Investments wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Paul ist in der Branche kein Unbekannter: Er hat sich persönlich bei Präsident Donald Trump für eine bundesstaatliche Steuererleichterung für die Filmindustrie in Hollywood eingesetzt.

Nach Angaben von Deadline dient die Kapitalspritze vor allem dazu, Lionsgate die weitere Diversifizierung seines Geschäfts zu ermöglichen. Dazu gehört ausdrücklich die Sparte 3 Arts sowie weitere neue Geschäftsfelder des Studios. Die Vereinbarung wurde am Montag vorgestellt. Ergänzend sieht der Deal vor, dass SP Media unabhängige Spielfilme produziert, die Lionsgate anschließend auswerten soll. Damit verbindet das Joint Venture die Finanzkraft eines Investors mit der Vertriebs- und Verwertungsstruktur eines etablierten Studios. Die Vereinbarung wird also nicht nur als Geldgeschäft verstanden, sondern als Versuch, Produktion und Auswertung enger miteinander zu verzahnen.

Für Lionsgate ist die Partnerschaft Teil einer längeren Suche nach stabilen Geldquellen. Das Studio, bekannt für Franchises wie die Filmreihe rund um »Die Tribute von Panem«, muss sein Portfolio breiter aufstellen, um Risiken zu streuen. Die Diversifizierung über neue Sparten und unabhängige Produktionen soll dabei helfen, die Abhängigkeit von einzelnen großen Erfolgen zu verringern. Die Hoffnung dahinter ist, dass mehrere kleinere und mittlere Projekte das Geschäft stabilisieren, wenn ein einzelner Blockbuster ausbleibt. Ob und in welchem Umfang sich dieser Kurs auszahlt, bleibt abzuwarten.

Pauls politische Verbindungen rücken die Vereinbarung zusätzlich in den Blick. Er hat sich für eine steuerliche Förderung eingesetzt, die Produktionen in den USA attraktiver machen soll, damit Filmprojekte nicht ins Ausland abwandern. Ein solcher Anreiz wird in der Branche seit Jahren diskutiert, weil viele Produktionen wegen günstigerer Bedingungen in andere Länder verlagert werden. Dass ein Produzent mit direktem Draht zur Regierung nun ein Studio finanziell unterstützt, ordnet sich in diese Debatte um die Zukunft der amerikanischen Filmproduktion ein.

Zum Hintergrund gehört außerdem der wachsende Druck durch Streamingdienste. Studios müssen Kinoauswertung und Streaming-Geschäft zugleich bedienen, was hohe Investitionen erfordert. Gemeinschaftsunternehmen dieser Art gelten als Weg, Kapital zu gewinnen, ohne sich vollständig an einen einzelnen Großinvestor zu binden. Für Filmfans bedeutet das vor allem eine Frage: Welche Stoffe entstehen und wie sie in Kino und Stream verfügbar werden, hängt auch von solchen Finanzierungsmodellen ab.

Die Partnerschaft zeigt zugleich, wie eng Film, Finanzen und Politik in den USA inzwischen verflochten sind. Wenn ein Produzent seine Kontakte in die Regierung nutzt, um steuerliche Rahmenbedingungen zu beeinflussen, und zugleich in ein Studio investiert, entstehen Fragen nach Einfluss und Interessen. Die Beteiligten haben bislang vor allem die wirtschaftliche Seite betont. Wie sich die Zusammenarbeit konkret auf Programm und Produktionsentscheidungen auswirkt, muss sich erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn erste gemeinsame Projekte angekündigt werden.

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Moritz Albrecht

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Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.