Kultur 2 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Neil Young verklagt Trump auf zehn Millionen Dollar wegen »Rockin' in the Free World«
Der Musiker wirft Trumps politischem Komitee vor, sein Lied bei Wahlkampfauftritten erneut ohne Erlaubnis zu nutzen, obwohl es bereits eine außergerichtliche Einigung gab.
Neil Young hat am Montag Klage gegen Donald Trumps politisches Aktionskomitee Trump 47 Committee Inc. eingereicht. Der Vorwurf lautet auf Urheberrechtsverletzung: Das Komitee nutze Youngs Song »Rockin' in the Free World« weiterhin als Einlaufmusik des Präsidenten bei Wahlkampfveranstaltungen zu den Zwischenwahlen. Gefordert werden zehn Millionen Dollar Schadensersatz.
Der Streit ist nicht neu. Nach Darstellung in der Klage hatte Young Trump über mehr als ein Jahrzehnt immer wieder aufgefordert, das Stück bei seinen Auftritten nicht mehr zu spielen. Vor etwa sechs Jahren hatten sich beide Seiten bereits in einer Vereinbarung über die Nutzung des Songs geeinigt. Nach Youngs Darstellung habe das Trump-Lager diese Zusage jedoch ignoriert und den Titel bei Kundgebungen weiter eingesetzt. Genau darauf stützt sich nun die neue Klage, die der Musiker gegen das Komitee richtet.
Der 80-jährige Musiker gehört mit Crosby, Stills, Nash & Young und als Solokünstler seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des amerikanischen Rocks. Der 1979 erschienene Titel gilt vielen als Protesthymne und wurde bei politischen Veranstaltungen unterschiedlicher Lager gespielt. Young sieht in der fortgesetzten Nutzung eine klare Missachtung seiner Rechte. Nach eigener Aussage geht es ihm um die Kontrolle darüber, in welchem Zusammenhang sein Werk erscheint, und darum, dass ein Wahlkampf nicht den Eindruck seiner Zustimmung erweckt.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Auseinandersetzungen ein, in denen Musikerinnen und Musiker gegen die Verwendung ihrer Songs durch Politiker vorgehen. Kundgebungen sind dabei ein besonders heikler Bereich, weil dort Musik Stimmung erzeugt und Zustimmung signalisieren kann. Ob das Gericht Youngs Forderungen folgt, ist offen. Die Vorwürfe sind bislang Teil einer Klageschrift, eine gerichtliche Entscheidung liegt nicht vor, und Trump 47 Committee hat sich zu den Vorwürfen in den vorliegenden Quellen nicht geäußert.
5



