Technologie 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Xbox-Chefin Asha Sharma beantwortet monatlich persönlich Support-Tickets
Die neue Xbox-CEO Asha Sharma nimmt sich laut einem Bericht des Wall Street Journal jeden Monat einige Stunden Zeit, um persönlich Kundensupport-Tickets zu bearbeiten. Damit will sie die Probleme der Spieler besser verstehen. In ihren ersten sechs Monaten hat sie zudem eine umstrittene Marketingkampagne beendet, den Preis für Game Pass Ultimate gesenkt und Hideo Kojima unter Vertrag genommen.
Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma hat in ihren ersten sechs Monaten im Amt nicht nur strategische Entscheidungen getroffen, sondern sich auch direkt mit dem Kundenservice beschäftigt. Wie das Wall Street Journal in einem ausführlichen Porträt über ihren persönlichen und beruflichen Werdegang berichtet, nimmt sich Sharma jeden Monat einige Stunden Zeit, um persönlich auf Support-Tickets von Spielerinnen und Spielern zu antworten. Dabei habe sie gelernt, wie komplex es sein kann, das Problem eines einzelnen Spielers zu lösen.
Das bedeutet: Wer in den vergangenen Monaten ein Support-Ticket bei Xbox eingereicht hat, könnte durchaus eine Antwort direkt von der CEO erhalten haben. Sharma nutzt diesen ungewöhnlichen Weg, um die Produkte und die Bedürfnisse der Xbox-Community besser zu verstehen. Der Bericht beschreibt sie als eine Führungskraft, die sich nach ihrem Amtsantritt bewusst Zeit nimmt, um die Perspektive der Nutzer aus erster Hand kennenzulernen.
In ihrer bisherigen Amtszeit hat Sharma bereits mehrere weitreichende Entscheidungen getroffen. Sie beendete die umstrittene Marketingkampagne «This is Xbox», senkte den Abonnementpreis für Xbox Game Pass Ultimate und ordnete zugleich Massenentlassungen sowie die Ausgliederung von Entwicklungsstudios an. Diese Maßnahmen fielen in eine Phase, in der das Unternehmen seine Strategie neu ausrichtet.
Erst kürzlich wies Sharma ihre Studios an, sich stärker auf die weniger beachteten Kern-Franchises von Xbox zu konzentrieren. Ein Ergebnis dieser Neuausrichtung ist, dass Obsidian Entertainment mit der Entwicklung eines neuen Fallout-Rollenspiels begonnen hat. Die Regie soll Josh Sawyer übernehmen, der bereits bei Fallout: New Vegas als kreativer Kopf fungierte und in der RPG-Szene hohes Ansehen genießt. Diese Entscheidung stieß bei vielen Fans auf positive Resonanz.
Zusätzlich konnte Sharma nach Angaben des Berichts einen prominenten Entwickler für sich gewinnen: Hideo Kojima, der für seine Arbeit an der Metal-Gear-Solid-Reihe bekannt ist, unterzeichnete einen Vertrag über mehrere Projekte. Die bestehende Vereinbarung für das Horror-Spiel OD wurde erweitert und umfasst nun auch Physint, den geistigen Nachfolger von Metal Gear Solid. Ursprünglich war Physint als PlayStation-exklusives Projekt geplant, doch diese Pläne wurden offenbar in diesem Sommer verworfen.
Die Kombination aus direkter Kundenkommunikation und strategischen Weichenstellungen zeigt, wie Sharma versucht, Xbox in einer entscheidenden Phase neu auszurichten. Während die Branche auf die nächsten Schritte des Unternehmens blickt, bleibt abzuwarten, wie sich diese Doppelstrategie aus Nähe zur Community und harten unternehmerischen Einschnitten langfristig auf die Marke auswirken wird.



