Tadej Pogačar hat bei der Tour de France erneut seine überragende Form unter Beweis gestellt. Der slowenische Seriensieger gewann auch die 14. Etappe, die erstmals durch die Vogesen führte, und ließ der Konkurrenz keine Chance. Auf dem anspruchsvollen Teilstück mit insgesamt 3800 Höhenmetern setzte sich Pogačar auf den letzten Kilometern entscheidend ab und fuhr souverän als Erster über die Ziellinie.
Die Etappe durch die Vogesen galt als erster echter Vorgeschmack auf die harten Kletterpartien in den Alpen, die in den kommenden Tagen auf die Fahrer warten. Pogačar nutzte die Gelegenheit, um seine einschüchternde Dominanz zu untermauern. Besonders beeindruckend war der Moment, als er bei einer Steigung von zwölf Prozent das Tempo verschärfte und seinen Verfolgern davonflog. Der Angriff kam für die Konkurrenz überraschend und war von solcher Wucht, dass keiner der anderen Favoriten folgen konnte.
Für Pogačar war es bereits der vierte Etappensieg bei dieser Tour de France. Der 25-Jährige führt das Gesamtklassement nun mit einem komfortablen Vorsprung an. Hinter ihm kämpfen die anderen Fahrer um die verbleibenden Podiumsplätze. Die Dominanz des Slowenen erinnert an die großen Seriensieger der Tour-Geschichte und wirft die Frage auf, ob die Konkurrenz überhaupt noch eine realistische Chance hat, ihn in diesem Jahr zu gefährden.
Die deutsche Tourhoffnung Florian Lipowitz verlor auf der 14. Etappe erneut wertvolle Zeit. Der junge Deutsche, der zuvor mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, konnte dem Tempo der Spitzengruppe nicht folgen und fiel im Gesamtklassement zurück. Lipowitz hatte bereits auf den vorherigen Etappen Zeit eingebüßt und sieht sich nun mit einem wachsenden Rückstand konfrontiert. Dennoch bleibt er der bestplatzierte Deutsche im Feld und hat weiterhin Chancen auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung.
Die 14. Etappe war nicht nur sportlich bedeutsam, sondern auch landschaftlich reizvoll. Die Vogesen boten den Fahrern und Zuschauern eine spektakuläre Kulisse mit dichten Wäldern, steilen Anstiegen und engen Kurven. Die Strecke forderte die Fahrer mit mehreren schweren Anstiegen, die immer wieder für Attacken genutzt wurden. Bereits früh in der Etappe bildete sich eine Ausreißergruppe, die jedoch von den Teams der Favoriten kontrolliert wurde. Am Ende setzte sich wie erwartet die Spitzengruppe durch, in der Pogačar die entscheidende Attacke ritt.
Mit diesem Sieg untermauert Pogačar seinen Anspruch auf den dritten Tour-Gesamtsieg nach 2020 und 2021. Nachdem er im vergangenen Jahr von Jonas Vingegaard geschlagen wurde, zeigt sich der Slowene in dieser Saison in bestechender Form. Die kommenden Etappen in den Alpen werden zeigen, ob die Konkurrenz eine Antwort auf seine Überlegenheit finden kann. Vingegaard selbst hatte zuletzt mit Formschwankungen zu kämpfen und konnte Pogačar auf der 14. Etappe nicht folgen.
Die Tour de France geht nun in ihre entscheidende Phase. Nach dem Ruhetag am Montag stehen die schweren Alpenetappen auf dem Programm, die über den Ausgang der Rundfahrt mitentscheiden werden. Pogačar geht als großer Favorit in diese Etappen, doch die Konkurrenz wird alles daransetzen, den Rückstand zu verkürzen. Für die Zuschauer verspricht dies ein packendes Finale der diesjährigen Tour de France.



