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Freitag, 18. September 2026 · Berlin

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Shuhei Yoshida und Adam Boyes wiederholen legendäre PlayStation-Aktion ohne Discs

Die ehemaligen PlayStation-Manager Shuhei Yoshida und Adam Boyes haben auf der Tokyo Game Show ihr ikonisches Video zum Teilen von Spielen nachgestellt – diesmal jedoch ohne physische Datenträger. Die Aktion fällt in eine Zeit, in der Sony ab 2028 keine Discs mehr für neue Spiele produzieren will.

Shuhei Yoshida und Adam Boyes wiederholen legendäre PlayStation-Aktion ohne Discs
Former PlayStation Execs Recreate Iconic Disc-Sharing Xbox Diss — Without the Physical Games This Time

Die ehemaligen PlayStation-Manager Shuhei Yoshida und Adam Boyes haben auf der Tokyo Game Show 2026 ihr berühmtes „Official PlayStation Used Game Instructional Video“ nachgestellt. Das 20-sekündige Video aus dem Jahr 2013 zeigte die beiden, wie sie spielerisch erklärten, wie man physische PS4-Spiele mit Freunden teilt – ein Seitenhieb auf Microsofts damals unpopuläre Xbox-One-Pläne. Diesmal jedoch hielten Yoshida und Boyes keine Discs in den Händen.

Yoshida teilte ein Foto des Wiedersehens auf seinem X-Account mit den Worten „Met with a best friend“ und einem lächelnden Emoji. Die beiden posierten für mehrere Aufnahmen, die an den ikonischen Moment von 2013 erinnern. Das Originalvideo hatte auf YouTube über 21,3 Millionen Aufrufe gesammelt und gilt als einer der erfolgreichsten Marketing-Coups der PlayStation-Geschichte.

Die Nachstellung sorgte in sozialen Netzwerken für gemischte Reaktionen. Der Account @DoesItPlay1, der sich für physische Spiele einsetzt, kommentierte: „Dieses Bild von Shuhei Yoshida und Adam Boyes von der Tokyo Game Show macht die Runde. Es scheint sich über das aktuelle anti-consumer PlayStation lustig zu machen, das die Philosophie hinter ihrer einst berühmten pro-consumer-Parodie auf Xbox bezüglich des Teilens physischer Spiele zerstört.“ Ein anderer Fan schrieb sarkastisch: „So teilt man 2028 Spiele mit seinen Freunden“, und spielte damit auf die fehlenden Discs an.

Hintergrund der Aktion ist Sonys Ankündigung vom Juli 2026, ab Januar 2028 keine physischen Discs für neue Videospiele mehr zu produzieren. Das Unternehmen begründet den Schritt mit veränderten Konsumentenpräferenzen. „Als Reaktion auf veränderte Trends im Konsumentenverhalten werden neue Spiele nur noch digital im PlayStation Store und bei Einzelhändlern erscheinen“, erklärte Sid Shuman, Senior Director bei Sony Interactive Entertainment, in einem Blogbeitrag. Die Entscheidung stieß bei vielen Fans auf Kritik und wird seit Monaten kontrovers diskutiert.

Für Sony bedeutet der Wechsel zu rein digitalen Veröffentlichungen höhere Margen. Bei einem First-Party-Spiel wie Marvel’s Wolverine behält Sony etwa 65 Prozent des Erlöses einer physischen Kopie, während rund 30 Prozent an den Einzelhandel und etwa 5 Prozent an Produktionskosten gehen. Bei Third-Party-Titeln wie Call of Duty erhält Sony lediglich eine Lizenzgebühr von etwa 15 Prozent. Analysten halten eine Rückkehr zu physischen Discs für unwahrscheinlich, obwohl es in der Vergangenheit Fälle gab, in denen Unternehmen umstrittene Entscheidungen nach Protesten revidierten.

Die Ironie der Situation wird durch Microsofts jüngste Ankündigung verstärkt, eine Funktion einzuführen, mit der Xbox-Spieler ihre physischen Spiele digitalisieren können. Während Sony also den physischen Markt verlässt, ermöglicht Microsoft seinen Kunden den Übergang ins Digitale. Die Reaktionen auf der Tokyo Game Show zeigen, wie sehr das Thema die Gaming-Community bewegt – und wie sehr die einstige pro-consumer-Geste von 2013 heute als bittersüßer Kommentar zur eigenen Firmenpolitik wirkt.

Moritz Albrecht

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Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.