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Rockstar Games setzt auf Sichtschutzfolien, um GTA-6-Leaks zu verhindern

Rockstar Games hat in einer Gerichtsakte offengelegt, mit welchen Sicherheitsmaßnahmen der Konzern die Geheimnisse von GTA 6 schützt. Drohnen fotografierten durch Bürofenster, Mitarbeiter dürfen nicht einmal mit Familien über Projekte sprechen.

Rockstar Games setzt auf Sichtschutzfolien, um GTA-6-Leaks zu verhindern
GTA 6 Developer Rockstar Says It Was Forced to Put Privacy Films on Its Buildings After Drones Were Used to Snap Photos Through Office Windows

Rockstar Games hat in einer Erklärung vor dem Glasgower Arbeitsgericht offengelegt, mit welchen teils drastischen Mitteln das Unternehmen die Geheimhaltung von GTA 6 durchsetzt. Das berichtet das britische Spielemagazin IGN. Demnach sah sich der Entwickler gezwungen, Sichtschutzfolien an seinen Gebäuden anzubringen, nachdem Drohnen eingesetzt wurden, um durch Bürofenster zu fotografieren. Die Erklärung ist Teil des Verfahrens um die Entlassung von 31 Mitarbeitern, die nach Angaben der Gewerkschaft IWGB unrechtmäßig wegen ihrer Gewerkschaftsarbeit gefeuert wurden. Rockstar bestreitet dies und verweist auf undichte Stellen.

Das Unternehmen beschreibt in der Akte eine Sicherheitskultur, die weit über das branchenübliche Maß hinausgeht. Besucher müssen Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnen, externe Dienstleister werden von Sicherheitspersonal begleitet, USB-Sticks und andere externe Speichermedien sind verboten. Fotografieren am Arbeitsplatz ist strikt untersagt, private Laptops, Tablets und Smartphones dürfen keine Verbindung zu Rockstar-Systemen herstellen. Selbst Familienmitgliedern gegenüber sollen Mitarbeiter keine vertraulichen Informationen preisgeben. In den Social-Media-Richtlinien heißt es laut Rockstar, dass selbst harmlose Bilder eines Schreibtischs unzulässige Rückschlüsse auf interne Projekte zulassen könnten.

Rockstar begründet die Maßnahmen mit der enormen Bedeutung von GTA 6, das als größter Entertainment-Launch aller Zeiten gehandelt wird. Das Unternehmen vergleicht den Schutz der Spielinhalte mit dem, was Apple für das iPhone oder Coca-Cola für seine Rezeptur betreibe, und spricht von einer Sicherheitshaltung wie bei einer Wall-Street-Bank. Ein hauptamtliches Team aus fünf Ermittlern und einem Direktor überwacht mögliche Datenlecks. Die Firma sieht sich nach eigenen Angaben regelmäßig Phishing- und Social-Engineering-Angriffen ausgesetzt, die teils erfolgreich waren. So gelangten 2022 über einen Phishing-Angriff Dutzende Videos unfertigen Gameplay-Materials an die Öffentlichkeit.

Die jüngste Eskalation ereignete sich erst in den vergangenen Wochen: Eine Hackergruppe versuchte, Rockstar zu erpressen. Der Vorfall, bekannt als CyberLeek-Breach, ließ den Börsenwert des Mutterkonzerns Take-Two innerhalb weniger Tage um rund zwei Milliarden Dollar sinken. Rockstar verweist darauf, dass bereits die Ankündigung einer sechsmonatigen Verschiebung von GTA 6 auf den 19. November 2026 den Marktwert von Take-Two an einem einzigen Tag um 3,75 Milliarden Dollar einbrechen ließ. Die jüngsten Vorfälle werden als Beleg dafür angeführt, dass die strikte Abschottung gerechtfertigt sei.

Die Entlassungen hatten im vergangenen Jahr Proteste vor den Büros von Rockstar North in Edinburgh und des Mutterkonzerns Take-Two in London ausgelöst. Die Gewerkschaft IWGB wirft dem Unternehmen vor, die Beschäftigten wegen ihrer Gewerkschaftsaktivitäten ins Visier genommen und ohne Disziplinarverfahren oder Berufungsmöglichkeit entlassen zu haben. Rockstar hält dagegen, die Betroffenen hätten über Discord vertrauliche Details zu GTA-6-Features, zum Entwicklungsfortschritt und zu internen Sicherheitsprotokollen ausgetauscht. Zum Zeitpunkt der Kündigungen habe man nicht gewusst, dass die Gefeuerten in eine Gewerkschaft eingebunden waren.

Die Akte schildert zudem, wie genau Fans und Öffentlichkeit die Arbeit des Studios verfolgen. So sollen Kaffeepausen von Mitarbeitern und Pizzalieferungen an die Büros beobachtet worden sein, auch das Verkehrsaufkommen an den Standorten sei analysiert worden, um Hinweise auf den Release-Termin zu erhalten. Zwei harmlose Tweets von Angestellten hätten 2025 sogar die falsche Fan-Theorie ausgelöst, am 27. Dezember 2025 erscheine ein neuer Trailer. Das Verfahren vor dem Glasgower Arbeitsgericht wird in den kommenden Wochen fortgesetzt.

Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.