Technologie 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Pocketpair würde Palworld gern auf Nintendo Switch 2 bringen
Trotz des laufenden Patentstreits mit Nintendo hält der Palworld-Entwickler Pocketpair eine Veröffentlichung für Nintendos neue Konsole für denkbar.
Pocketpair, das Studio hinter dem Survival-Spiel Palworld, würde das Spiel gern auf der Nintendo Switch 2 veröffentlichen. Das sagte Firmenchef Takuru Mizobe in einem Interview mit VGC. Auf die Frage, ob das Studio entsprechende Pläne habe, antwortete er mit einem klaren »Natürlich«. Die Switch 2 sei eine beeindruckende Plattform, und zwar nicht nur für Spiele weltweit, sondern besonders für Japan und die japanische Spielebranche. Die Konsole sei bisher ein außergewöhnlich starkes Gerät gewesen.
Mizobe betonte, man würde bei einer künftigen Möglichkeit, Palworld auf die Switch-Plattform zu bringen, sehr gern darüber sprechen. Zuvor müsse der laufende Rechtsstreit allerdings beigelegt sein, und offen bleibt, ob nach dessen Ende ein gutes Verhältnis zwischen den Beteiligten besteht. Der Konflikt dreht sich um Patente, die die Spielmechanik von Pokémon-Spielen betreffen. Nintendo und The Pokémon Company führen die Klage vor dem Bezirksgericht Tokio, und Nintendo reichte sie im September 2024 ein.
Die Klage wurde im November 2025 angepasst, nachdem Palworld einige der aus Sicht des Konzerns am stärksten an Pokémon erinnernden Mechaniken verändert hatte. Eine davon war das Werfen einer Kugel, mit der sich ein Geschöpf herbeirufen ließ. Diese Funktion wurde im Early-Access-Patch v0.3.11 entfernt. Heute erscheint ein beschworenes Pal direkt neben der Spielfigur, während die Kugel in der Hand gehalten wird. Der Schritt diente dazu, Nintendos Patent nicht zu verletzen, nahm Spielern aber einige taktische Möglichkeiten. Sie konnten ein Pal nicht mehr an einer bestimmten Stelle herbeirufen, um Gegner anzulocken oder aus einem anderen Winkel anzugreifen.
Der Umfang der Klage wurde durch diese Änderungen verkleinert, der Fall bleibt jedoch aktiv. Eine vorläufige Einschätzung, also eine erste Bewertung des Sachverhalts vor einer endgültigen Entscheidung, ist für den 9. November dieses Jahres geplant. Auch die Höhe möglicher Folgen ist ein Thema: IP-Experten zufolge könnte Nintendo im Fall eines Sieges lediglich rund 30.000 US-Dollar erhalten. Zugleich wird der Ausgang für Nintendo zuletzt als zunehmend ungünstig eingeschätzt.
Der wirtschaftliche Hintergrund ist für Pocketpair erheblich. Palworld erschien im Juli in seiner Version 1.0 und erreichte auf Steam zeitweise knapp eine Million gleichzeitige Spieler. Insgesamt haben nach Angaben der Quellen über 40 Millionen Menschen das Spiel gespielt. Dass das Studio trotz des Verfahrens offen über eine Switch-2-Version spricht, zeigt, wie sehr es auf eine größere Reichweite setzt, während der Rechtsstreit die Zukunft des Spiels auf Nintendos Plattformen weiterhin ungewiss macht.
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