US-Vizepräsident J.D. Vance hat eingeräumt, dass die Regierung bei der Kommunikation rund um die Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schwerwiegende Fehler gemacht habe. Die Vorgehensweise sei „komplett vermasselt“ worden, sagte Vance in einer Stellungnahme. Er machte vor allem die frühere Justizministerin Pam Bondi für das Debakel verantwortlich.
Die Epstein-Akten und ihre Veröffentlichung hatten in den vergangenen Wochen für erheblichen politischen Druck auf die US-Regierung gesorgt. Kritiker warfen der Regierung vor, die Herausgabe der Dokumente zu verzögern oder zu behindern. Vance räumte nun ein, dass die Kommunikation in dieser Angelegenheit „total vermasselt“ worden sei. Die Regierung habe es versäumt, klar und transparent über den Stand der Veröffentlichungen zu informieren.
Der Fall Epstein beschäftigt die US-Öffentlichkeit seit Jahren. Der Multimillionär war 2019 in Untersuchungshaft gestorben, nachdem er wegen Sexhandels angeklagt worden war. Sein Tod löste zahlreiche Verschwörungstheorien aus und verstärkte den Druck auf die Behörden, alle Unterlagen zu dem Fall offenzulegen. Die Regierung hatte wiederholt versprochen, die Akten zu veröffentlichen, doch der Prozess gestaltete sich schleppend.
Vance betonte, dass die Regierung aus den Fehlern lernen wolle. Er kündigte an, dass die Veröffentlichung der Epstein-Akten nun beschleunigt werden solle. „Wir müssen sicherstellen, dass die Öffentlichkeit Zugang zu allen relevanten Informationen erhält“, sagte der Vizepräsident. Gleichzeitig warnte er davor, dass einige Dokumente aus rechtlichen Gründen geschwärzt werden müssten, etwa um die Privatsphäre von Opfern zu schützen.
Die Opposition im Kongress nutzte die Gelegenheit, um die Regierung scharf zu kritisieren. Mehrere Abgeordnete forderten eine Untersuchung des Vorgehens der Justizbehörden. „Die Regierung hat hier versagt“, sagte ein Sprecher der Demokraten. „Es ist inakzeptabel, dass die Akten eines der berüchtigtsten Sexualstraftäter der US-Geschichte nicht vollständig offengelegt werden.“
Pam Bondi, die von Vance direkt kritisiert wurde, wies die Vorwürfe zurück. Sie erklärte, dass die Verzögerungen auf technische und rechtliche Hürden zurückzuführen seien. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Dokumente so schnell wie möglich zu veröffentlichen“, ließ sie mitteilen. Bondi war erst vor wenigen Monaten zur Justizministerin ernannt worden und steht seitdem im Zentrum der Epstein-Debatte.
Der Fall Epstein hat in den USA immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, da er zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltungsbranche in Verbindung brachte. Epstein war eng mit dem früheren Präsidenten Bill Clinton und dem britischen Prinzen Andrew befreundet. Beide haben jegliches Fehlverhalten bestritten. Die vollständige Offenlegung der Akten könnte weitere Details über die Netzwerke des Sexualstraftäters ans Licht bringen.
Vance‘ Eingeständnis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung ohnehin unter Druck steht. Die Epstein-Affäre ist nur eines von mehreren Themen, die das Vertrauen in die Justizbehörden erschüttern. Beobachter sehen in der Kritik des Vizepräsidenten an Bondi auch einen Versuch, die Verantwortung von der Regierungsspitze fernzuhalten. Vance selbst hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Regierung bei der Aufklärung des Epstein-Skandals keine Abstriche machen dürfe.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Regierung ihre Ankündigungen wahr machen kann. Die Opposition hat bereits angekündigt, die Veröffentlichung der Akten genau zu überwachen. Sollten weitere Verzögerungen auftreten, drohen neue politische Konflikte. Der Fall Epstein bleibt damit ein politischer Sprengstoff, der die US-Regierung noch lange beschäftigen dürfte.



