In der Nacht zum Donnerstag ist ein unbekanntes Flugobjekt in den polnischen Luftraum eingedrungen. Die polnischen Streitkräfte lösten sofort Alarm aus und schickten einen Kampfjet vom Typ F-16 zur Identifizierung in die Luft. Das Objekt wurde vom Radar erfasst, verschwand jedoch kurz darauf wieder. Später fanden Einsatzkräfte in einem Feld nahe dem Dorf Tarnawa-Kolonia einen Krater und verstreute Trümmerteile. Der Krater hatte nach Angaben des Innenministeriums einen Durchmesser von etwa zehn Metern.

Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, dass alle Anzeichen auf eine russische ballistische Rakete vom Typ Ch-101 hindeuteten. Man wolle jedoch hundertprozentige Sicherheit über den genauen Typ und den Abschussort gewinnen. Die Polizei in der Woiwodschaft Lublin bestätigte einen lauten Knall im Landkreis Bilgoraj. Die nächsten Gebäude seien etwa zwei Kilometer vom Fundort entfernt gewesen. Die polnischen Behörden betonten, dass die Ermittlungen zu dem Vorfall noch andauern.

Unterdessen hat die Ukraine erneut ein Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries angegriffen. Diesmal wurde ein Standort in der westrussischen Stadt Pensa getroffen. Nach einem Drohnenangriff geriet das Gebäude in Brand. Gouverneur Oleg Melnitschenko teilte auf Telegram mit, dass eine Person verletzt worden sei. Rund 200 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Angriff reiht sich in eine Serie von ukrainischen Attacken auf Wildberries-Standorte ein, die als strategische Ziele im Krieg gelten.

Die russische Armee setzte ihre massiven Luftangriffe auf die Ukraine fort. In der Nacht zum Donnerstag wurden Städte im ganzen Land mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert. Ukrainische Medien berichteten von mindestens acht Toten und mehr als einem Dutzend Verletzten. Besonders schwer traf es die Stadt Krywyj Rih, wo eine Rakete das Wohnhaus einer Großfamilie zerstörte. Sechs Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren. Acht weitere Personen wurden verletzt.

Auch die Hauptstadt Kiew wurde von herabfallenden Raketentrümmern getroffen, die Brände in mehreren Gebäuden auslösten. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von Schäden. In der Stadt Lwiw im Westen der Ukraine gab es fünf Verletzte. Die genauen Schäden waren bei Tagesanbruch noch unklar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren russischen Luftangriff gewarnt. Er berief sich auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs.

In der polnischen Stadt Lublin, die nur 90 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, ertönte am frühen Donnerstagmorgen Luftalarm. Der Sprecher des Woiwoden von Lublin bestätigte gegenüber der Zeitung „Wirtualna Polska“, dass eine Luftangriffsgefahr bestanden habe. Nach wenigen Minuten gab man jedoch Entwarnung. Der Alarm stand in direktem Zusammenhang mit den massiven russischen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich in der russischen Stadt Tula, etwa 200 Kilometer südlich von Moskau. Der Geschäftsführer eines Drohnenherstellers, Andrej Tscheresow, wurde auf dem Heimweg von der Arbeit von einem unbekannten Angreifer niedergeschossen und verletzt. Die russische Zeitung „Iswestija“ berichtete, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen habe. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Zudem bestätigten ukrainische Stellen den Verlust eines wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16. Die Maschine sei an der Front im Einsatz gewesen, um russische Luftangriffe abzufangen, hieß es. Die genauen Umstände des Absturzes wurden nicht mitgeteilt. Es ist der erste bekannte Verlust einer F-16 in der Ukraine seit deren Lieferung durch westliche Verbündete.