Die CDU bekommt eine neue Generalsekretärin: Franziska Hoppermann, bisherige Bundesschatzmeisterin der Partei, soll auf Vorschlag von Parteichef Friedrich Merz das Amt übernehmen. Sie tritt die Nachfolge von Carsten Linnemann an, der im Zuge der Regierungsbildung als Gesundheitsminister vorgesehen ist. Die Personalie wurde am Montag im CDU-Präsidium bekannt gegeben und gilt als weiterer Schritt von Merz, die Führungsriege der Partei neu aufzustellen.
Hoppermann ist in der CDU kein neues Gesicht: Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag und gehört dem Haushaltsausschuss sowie dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Zudem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die Deutschland besser auf künftige Pandemien vorbereiten soll. In der Partei arbeitete sie bislang eher im Hintergrund, war aber als Mitglied des CDU-Präsidiums eng in die Entscheidungsprozesse eingebunden.
Ihre politische Laufbahn begann Hoppermann früh: 1998 trat sie in die Junge Union ein, ein Jahr später in die CDU. Von 2004 bis zu ihrem Einzug in den Bundestag 2021 machte sie Kommunalpolitik in der Bezirksversammlung Wandsbek. In Hamburg ist sie außerdem Vorsitzende der Frauen Union. Schon ihr Großvater war Bundestagsabgeordneter, wie Hoppermann auf ihrer Internetseite schreibt. Politik sei stets ein großer Bestandteil ihres Familienlebens gewesen, und sie habe früh gewusst, dass sie sich einbringen und das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten wolle.
Mit der Nominierung Hoppermanns stärkt Merz die Rolle der Frauen in der CDU. Die Partei hat zwar 2022 eine Frauenquote beschlossen, doch Frauen sind in den Mitgliederzahlen und in Parlamenten weiterhin unterrepräsentiert. Hoppermann ist nicht die erste Frau an der Spitze der CDU-Generalsekretäre: Sowohl Angela Merkel als auch Annegret Kramp-Karrenbauer hatten dieses Amt inne, bevor sie selbst Parteivorsitzende wurden.
Die Aufgaben der neuen Generalsekretärin sind vielfältig. Sie soll Merz den Rücken freihalten, die Parteizentrale im Konrad-Adenauer-Haus managen, die Gliederungen der Partei einbinden und Wahlkämpfe organisieren. Eine Schonfrist von 100 Tagen wird Hoppermann nicht gewährt: Bereits im September stehen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wichtige Landtagswahlen an, bei denen die CDU unter Druck steht.
Neben der Politik hat Hoppermann eine zweite große Leidenschaft: die klassische Musik. Wie sie im Internet schreibt, begann sie mit vier Jahren Klavier zu spielen, später kam das Cello hinzu. Sie nahm Gesangsunterricht und singt heute als Solistin, in kleineren Vokalensembles und größeren Kammerchören bei Gottesdiensten und Konzerten. Die Doppelbelastung als Bundestagsabgeordnete und nun auch Generalsekretärin dürfte die Zeit für diese Hobbys allerdings deutlich knapper machen.
Die Personalie Hoppermann ist Teil einer größeren Umbildung in der CDU-Spitze. Bereits zuvor hatte Merz mehrere Ministerposten neu besetzt. Mit der designierten Generalsekretärin setzt der Parteichef auf eine Person, die sowohl wirtschaftspolitische Erfahrung als auch Kenntnisse in der Digitalpolitik mitbringt. Die offizielle Wahl durch den Bundesparteitag steht noch aus, gilt aber als Formsache, da das Vorschlagsrecht beim Vorsitzenden liegt und Hoppermann im Präsidium auf breite Zustimmung stieß.



