Am Frankfurter Flughafen haben sich vier Mitarbeiter mit Malaria infiziert. Die Tropenkrankheit wurde nach Angaben eines Flughafensprechers durch eine Mücke übertragen, die in einem Flugzeug aus einem Risikogebiet eingeschleppt worden war. Die betroffenen Beschäftigten waren unter anderem in der Gepäckabfertigung tätig und wurden vermutlich zu Beginn der Woche gestochen. Wie es ihnen aktuell geht, konnte der Sprecher nicht mitteilen.

Malaria ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch den Stich der Anopheles-Stechmücke übertragen wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Erkrankung ohne Behandlung tödlich verlaufen kann. Zu den milden Symptomen zählen Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. In schwereren Fällen können Verwirrtheit, Krampfanfälle und Atembeschwerden auftreten. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, da die Erreger ausschließlich durch Mücken übertragen werden.

Der letzte Malaria-Fall am Frankfurter Flughafen wurde im Jahr 2023 registriert. Nach Angaben des Flughafensprechers kommt es auch an anderen internationalen Flughäfen immer wieder vereinzelt zu solchen Vorfällen. Trotz bestehender Sicherheitsmaßnahmen könne nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich eine Mücke etwa in der Fracht verstecke und beim Öffnen der Türen oder bei Tageslicht zusteche.

Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet die Ansteckung mit Malaria an einem deutschen Flughafen als „ein seltenes Ereignis“. In Deutschland sind fast ausschließlich Reisende von der Krankheit betroffen, die sich in einem Malaria-Endemiegebiet infiziert haben. Jedes Jahr werden mehrere Hundert solcher importierten Fälle erfasst. Dennoch gibt es in Deutschland stellenweise Anopheles-Mückenarten, die unter geeigneten Umweltbedingungen Malaria-Erreger übertragen könnten. Bislang seien solche Fälle jedoch extrem selten geblieben.

Eine europäische Studie, die alle bekannten Fälle von sogenannter Flughafen- und Gepäckmalaria zwischen 1969 und 2024 erfasste, kam auf insgesamt 145 Fälle in Europa. Neun davon entfielen auf Deutschland. Die Autoren der Studie stellten fest, dass die Zahl solcher Fälle tendenziell zunimmt. Sie empfehlen, die Wirksamkeit und Einhaltung von Desinfektionsmaßnahmen in Flugzeugen zu überprüfen.

Die betroffenen Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens arbeiteten in Bereichen, in denen sie direkt mit ankommendem Gepäck und Fracht in Kontakt kamen. Die Mücke hatte sich vermutlich in einem Flugzeug versteckt und die Mitarbeiter nach der Landung gestochen. Solche Vorfälle werden als „Flughafenmalaria“ oder „Gepäckmalaria“ bezeichnet, da die Übertragung nicht in einem Endemiegebiet, sondern am Flughafen selbst stattfindet.

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht. Die Erreger werden von weiblichen Anopheles-Mücken übertragen, die das Virus bei einem vorherigen Stich an einem infizierten Menschen aufgenommen haben. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel sieben bis 30 Tage, kann aber auch länger sein. Die Symptome beginnen oft mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, was die Diagnose erschweren kann.

Der Vorfall in Frankfurt zeigt, dass auch in Ländern ohne heimische Malaria-Übertragung ein geringes Restrisiko besteht. Flughäfen und Fluggesellschaften setzen bereits verschiedene Maßnahmen ein, um das Einschleppen von Mücken zu verhindert. Dazu gehören die Desinfektion von Flugzeugkabinen und Frachträumen sowie Insektizidbehandlungen. Dennoch bleibt eine vollständige Eliminierung des Risikos nach Einschätzung von Experten schwierig, da Mücken sich in engen Spalten und Frachtcontainern verstecken können.

Die Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung aufmerksam. Das RKI betont, dass die meisten Malaria-Fälle in Deutschland weiterhin auf Reisen in tropische und subtropische Regionen zurückgehen. Reisende in solche Gebiete sollten sich vorbeugend mit Mückenschutzmitteln, Moskitonetzen und gegebenenfalls einer Chemoprophylaxe schützen. Der aktuelle Fall am Frankfurter Flughafen unterstreicht jedoch, dass auch Personen, die nicht selbst in Risikogebiete reisen, unter bestimmten Umständen gefährdet sein können.