Ein ukrainisch-orthodoxer Priester hat eine neue soziale Netzwerkplattform ins Leben gerufen, die Christen verschiedener Konfessionen weltweit miteinander verbinden soll. Der Geistliche und CEO des Projekts, Vater Bohdan, gab den Start von D.O.M. am 18. Juli 2026 bekannt. Die erste Ankündigung veröffentlichte er direkt auf seiner persönlichen Seite innerhalb der neuen Plattform.
D.O.M. wird als interchristliches digitales Zentrum beschrieben, das über eine herkömmliche soziale Netzwerkplattform hinausgeht. Das Projekt versteht sich als einheitlicher digitaler Raum der christlichen Welt, der den Austausch, die Interaktion und die Gemeinschaft zwischen Christen unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit oder ihrem Wohnort fördern soll. Die Plattform zielt darauf ab, eine direkte und beständige Verbindung zwischen Gläubigen und ihren geistlichen Begleitern wie Pastoren, Seelsorgern und Mentoren zu schaffen.
In seiner Ankündigung erklärte Vater Bohdan: «Heute eröffnen wir D.O.M. — nicht nur ein weiteres soziales Netzwerk, sondern einen neuen Raum der christlichen Welt.» Die ideelle Grundlage des Projekts basiert auf dem Verständnis der Kirche nicht nur als Gebäude oder Institution, sondern vor allem als Begegnungsort von Menschen in Christus. Es solle ein Raum sein, in dem Christen einander hören, sich gegenseitig unterstützen und eine lebendige Verbindung zu ihren geistlichen Führern bewahren können.
Die Ankündigung wurde von einem Bibelzitat aus dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel 18, Vers 20, begleitet: «Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.» Vater Bohdan schloss seine Botschaft mit den Worten: «Möge D.O.M. ein solcher Ort werden. Mit Gott. Fangen wir an!»
Das Projekt D.O.M. verfolgt mehrere zentrale Ziele. Dazu gehören die Vereinigung von Christen unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit und ihrem Herkunftsland, die Förderung der Annäherung zwischen Christen verschiedener Traditionen, die Schaffung einer direkten und kontinuierlichen Kommunikation zwischen Gläubigen und ihren geistlichen Begleitern sowie die Entwicklung eines geistlichen Austauschs und gegenseitiger Unterstützung im digitalen Raum. Langfristig strebt das Projekt die Bildung einer modernen interchristlichen Gemeinschaft in der digitalen Sphäre an.
Vater Bohdan ist ein ukrainisch-orthodoxer Priester und fungiert als Geschäftsführer des D.O.M.-Projekts. Die Plattform richtet sich an Christen aller Konfessionen, darunter orthodoxe, katholische, protestantische und andere christliche Gemeinschaften. Die Entwickler betonen, dass D.O.M. nicht als Konkurrenz zu bestehenden sozialen Netzwerken gedacht sei, sondern als spezialisierte Plattform, die auf die besonderen Bedürfnisse und Werte christlicher Gemeinschaften zugeschnitten ist.
Die Plattform bietet Funktionen, die speziell auf die Bedürfnisse christlicher Nutzer zugeschnitten sind. Dazu gehören unter anderem Möglichkeiten für Gebetsgruppen, Bibelstudienkreise und den Austausch über geistliche Themen. Die Entwickler haben Wert auf Datenschutz und Sicherheit gelegt, um einen geschützten Raum für den Austausch sensibler persönlicher und geistlicher Themen zu schaffen. Die Plattform ist mehrsprachig angelegt, um Christen aus verschiedenen Ländern und Sprachräumen zu erreichen.
Die Einführung von D.O.M. erfolgt zu einer Zeit, in der digitale Gemeinschaften und soziale Netzwerke eine immer größere Rolle im religiösen Leben spielen. Viele Kirchen und religiöse Gemeinschaften haben in den letzten Jahren ihre Online-Präsenz ausgebaut, insbesondere während der Pandemie, als Gottesdienste und Gemeindetreffen nur eingeschränkt möglich waren. D.O.M. geht einen Schritt weiter, indem es eine speziell auf christliche Bedürfnisse zugeschnittene Plattform schafft, die über die üblichen Funktionen allgemeiner sozialer Netzwerke hinausgeht.
Die Reaktionen auf die Ankündigung waren gemischt. Während einige Beobachter das Projekt als innovativen Ansatz zur Stärkung der christlichen Gemeinschaft im digitalen Zeitalter begrüßen, zeigen sich andere skeptisch und fragen nach der Finanzierung, den Moderationsrichtlinien und der langfristigen Nachhaltigkeit der Plattform. Vater Bohdan hat bisher keine detaillierten Informationen zu diesen Aspekten veröffentlicht, verspricht aber, dass die Plattform unabhängig und werbefrei bleiben soll, finanziert durch Spenden und freiwillige Beiträge der Nutzer.
Die Plattform ist ab sofort zugänglich, und interessierte Nutzer können sich registrieren. Die Entwickler laden Christen aller Konfessionen ein, Teil dieser neuen digitalen Gemeinschaft zu werden und aktiv an der Gestaltung des interchristlichen Austauschs mitzuwirken. Ob D.O.M. tatsächlich zu einem bedeutenden Treffpunkt für Christen weltweit wird, bleibt abzuwarten, doch der Start markiert einen bemerkenswerten Versuch, die traditionelle kirchliche Gemeinschaft in die digitale Gegenwart zu überführen.



