Der frühere Wrestling-Weltmeister und WWE-Hall-of-Famer Dory Funk Jr. ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren in einem Hospiz im US-Bundesstaat Florida, wie seine Frau am Dienstag bestätigte. Funk gehörte zu den prägendsten Figuren des professionellen Wrestlings und entstammte mit seinem jüngeren Bruder Terry einer der berühmtesten Wrestling-Familien der Vereinigten Staaten.

Die WWE würdigte den Verstorbenen kurz nach Bekanntwerden der Nachricht und bezeichnete ihn als einen der einflussreichsten Wrestler seiner Generation. Auch die Lokalpresse in Florida, wo Funk zuletzt gelebt hatte, erinnerte an ihn: Die «Ocala Gazette» schrieb, «eine große Persönlichkeit» sei gegangen, und die regionale Plattform nannte den Verstorbenen eine «lokale Legende». In Ocala hatte Funk über Jahre hinweg eine weithin bekannte Wrestlingschule betrieben.

Dory Funk Jr. wurde am 3. Februar 1941 in Hammond im Bundesstaat Indiana geboren. Sein Vater Dory Funk Sr. war ebenfalls als Wrestler und Promoter aktiv und gab die Leidenschaft für den Sport an seine Söhne weiter. Zusammen mit seinem Bruder Terry, der 2023 ebenfalls verstarb, prägte Dory über Jahrzehnte das Wrestling in den USA und weit über die Landesgrenzen hinaus.

Seinen sportlichen Höhepunkt erlebte Funk 1969, als er Gene Kiniski besiegte und zum ersten Mal die NWA World Heavyweight Championship gewann, einen der damals renommiertesten Titel der Branche. Er hielt den Gürtel mehr als vier Jahre und verteidigte ihn gegen zahlreiche Herausforderer, bevor er ihn 1973 an Harley Race abgeben musste. Funks Stil galt als technisch anspruchsvoll und bodenständig; viele Fachleute zählten ihn zu den besten Wrestlern seiner Ära.

Auch international hinterließ Funk Spuren. In den 1970er-Jahren trat er regelmäßig in Japan auf und trug maßgeblich zur Entwicklung des japanischen Wrestlings bei. Seine Matches gegen einheimische Stars gelten bis heute als Klassiker. Auch in Australien und Mexiko war der Amerikaner ein gefragter Gegner für die damaligen Größen des Geschäfts.

Nach seiner aktiven Laufbahn machte sich Funk als Trainer einen Namen. In Ocala gründete er die «Funkin’ Conservatory», eine Wrestlingschule, die zu den angesehensten Ausbildungsstätten der Branche zählte. Generationen von Wrestlern durchliefen seine Schule, darunter spätere Superstars wie Mick Foley, Steve Austin, Chris Jericho, Edge und Christian. Funks Methodik war legendär: Er ließ seine Schüler Kämpfe minutiös analysieren, verlangte höchste Disziplin und brachte ihnen bei, das Wrestling als Handwerk zu begreifen.

Für seine Verdienste wurde Funk 2006 in die WWE Hall of Fame aufgenommen. Die Ehrung würdigte nicht nur seine eigenen Erfolge im Ring, sondern auch seinen Einfluss auf das Wrestling als Unterhaltungsform. Er war einer der ersten, der erkannte, dass sich der traditionelle Wrestling-Sport zu einem globalen Spektakel weiterentwickeln würde.

Mit dem Tod von Dory Funk Jr. verliert die Branche eine ihrer letzten großen Verbindungen zur klassischen Ära. Sein Bruder Terry war bereits 2023 gestorben; gemeinsam gelten die Funks bis heute als Wegbereiter des modernen Wrestlings. Funks Witwe bestätigte den Tod am Dienstag, nannte zunächst aber keine weiteren Umstände. Weltweit trauern Weggefährten, ehemalige Schüler und Fans um eine Legende, deren Einfluss noch lange nachwirken wird.