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Freitag, 11. September 2026 · Berlin

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Siân Heder erzählt in «Being Heumann» den Protest, der die Behindertenrechte erkämpfte

Nach dem Oscar-Erfolg von «CODA» kehrt Siân Heder mit «Being Heumann» zurück. Der Film über Judy Heumann und die 28-tägige Besetzung des Bundesgebäudes in San Francisco feierte als Eröffnungsfilm des Toronto Film Festivals Premiere und erzählt, wie der Kampf für Barrierefreiheit zur Grundlage des Americans with Disabilities Act wurde.

Siân Heder erzählt in «Being Heumann» den Protest, der die Behindertenrechte erkämpfte
‘Being Heumann’ Review: Siân Heder’s First Film Since ‘CODA’ Is a Bold and Stirring Dramatization of the Protest That Launched the Disabled-Rights Revolution

Siân Heder meldet sich nach ihrem Oscar-Erfolg «CODA» mit einem neuen Film zurück: «Being Heumann» feierte als Eröffnungsfilm des 51. Toronto Film Festivals Premiere und erzählt die Geschichte der Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann sowie des Protests, der den Weg für den Americans with Disabilities Act ebnete. Der Film ist Heders erste Regiearbeit seit «CODA», für das sie 2021 den Oscar für den besten Film gewann.

Im Mittelpunkt steht die 28-tägige Besetzung eines Bundesgebäudes in San Francisco. Aus dieser Aktion entwickelte sich eine der wichtigsten Protestbewegungen der US-Geschichte, an deren Ende zentrale Regelungen zur Barrierefreiheit standen. Der Titel «Being Heumann» verweist auf Heumanns lebenslangen Einsatz für gesetzlich verankerte Zugänglichkeit, doch der Film funktioniert nach Einschätzung von Kritikern weniger als klassische Einzelbiografie denn als Ensemblewerk. Er fängt die gesamte Bewegung ein, die Heumann vorantrieb, und rückt die vielen Beteiligten ins Bild, die gemeinsam für ihre Rechte kämpften.

Heder setzt dabei auf ein Ensemble, in dem Darstellerinnen und Darsteller mit Behinderung tragende Rollen übernehmen. Die Besetzung gilt als zentraler Bestandteil des Projekts, weil sie die Geschichte aus der Perspektive der Betroffenen erzählt. Der Film verbindet das Porträt einer einzelnen Aktivistin mit dem kollektiven Gedächtnis einer Bewegung, die über Jahre hinweg für gleichberechtigte Teilhabe stritt.

Die Premiere in Toronto macht «Being Heumann» zu einem der ersten großen Festivalbeiträge der Herbstsaison 2026. Das Festival umfasst zehn Tage mit Weltpremieren, Galaaufführungen und weiteren Programmpunkten und gilt als dritte wichtige Station des internationalen Filmherbstes nach Venedig und Telluride. Dass ein Film über Behindertenrechte die 51. Ausgabe eröffnet, verleiht dem Thema zusätzliche Sichtbarkeit auf einer der größten Publikumsbühnen Nordamerikas.

Kritisch wird angemerkt, dass «Being Heumann» nicht die emotionale Wucht von «CODA» erreicht. Dennoch wird der Film als eindringliches Drama beschrieben, das aus demselben Stoff gemacht ist wie sein Vorgänger: aus der Kraft empathischen Erzählens. Die Geschichte der Besetzung von San Francisco und der daraus erwachsenden Gesetzesreformen bleibt ein Wendepunkt der US-Bürgerrechtsgeschichte, der bis heute nachwirkt.

Für Heder bedeutet der Film eine bewusste Neuausrichtung. Nach einem Publikumserfolg über eine Familie mit gehörloser Tochter wendet sie sich erneut einem Thema zu, bei dem Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe im Zentrum stehen. «Being Heumann» verbindet dabei historische Ereignisse mit der Frage, wie politischer Druck von unten zu dauerhaften gesetzlichen Veränderungen führen kann.

Der Film dürfte in den kommenden Monaten auch außerhalb Nordamerikas für Gesprächsstoff sorgen. Er erinnert daran, dass Barrierefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern das Ergebnis jahrelanger Proteste, Verhandlungen und persönlicher Risiken. Genau diese Verbindung aus Zeitgeschichte und gegenwärtiger Relevanz macht «Being Heumann» zu einem der beachtenswertesten Festivalbeiträge des Jahres.

Moritz Albrecht

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Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.