Kultur 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Hunger verspricht dauerhaften Fortschritt ohne Charakter-Reset
Das Extraction-RPG Hunger von Good Fun Corporation setzt auf permanenten Fortschritt, der über Staffeln hinweg erhalten bleibt. Ein achtstündiger Steam-Playtest zeigt, wie das Konzept im Spiel funktioniert.
Ein neues Extraction-RPG namens Hunger weckt Interesse, weil es ein zentrales Versprechen des Genres neu auslegt: Fortschritt soll nicht verloren gehen. Entwickelt wird das Spiel von Good Fun Corporation, gegründet von Max Rea. Rea war zuvor CEO von Black Matter, dem Studio hinter Hell Let Loose. Laut den Entwicklern verzichtet Hunger auf erzwungene Ausrüstung und auf Charakter-Resets. Stattdessen soll der permanente Fortschritt über mehrere Staffeln hinweg bestehen bleiben, und genau dieses Konzept steht im Mittelpunkt der bisherigen Eindrücke.
Ein Redakteur hat einen achtstündigen Playtest auf Steam gespielt. Darin standen sechs spielbare heldenhafte Figuren zur Auswahl. Die Welt ist postapokalyptisch angelegt und verbindet die Ästhetik der napoleonischen Ära mit Schwert- und Musketenkämpfen. Der Eindruck aus dem Test ist, dass das Spiel seine Fortschrittslogik konsequent durchzieht. Auch wenn ein Durchlauf scheitert, bleiben Währung und Ausrüstung erhalten. Das soll Rückschläge abfedern und den Anreiz aufrechterhalten, weiterzuspielen. Gerade in einem Genre, in dem ein verlorener Lauf oft alles kostet, ist dieser Ansatz ein deutlicher Gegenentwurf.
Das Progressionssystem ist klar gegliedert. Auf den Stufen 1 bis 9 schalten Spielerinnen und Spieler pro Figur drei einzigartige Fähigkeiten frei. Ab Stufe 10 bis 100 erhalten sie Meisterschaftspunkte, mit denen sich passive Fähigkeitenbäume ausbauen lassen. Diese Verbesserungen erhöhen jedoch weder den reinen Schaden noch die Lebenspunkte. Der Fortschritt verschiebt sich damit stärker in Richtung Spezialisierung und Ausrüstungsplanung als in Richtung roher Werte. Zusätzlich wählen Spielerinnen und Spieler zwei Berufe für Handwerk und Ressourcensammlung. So entsteht eine Verbindung zwischen Kampf und Wirtschaft, die über das einzelne Gefecht hinausreicht.
Offen bleibt aus dem Playtest eine Frage, die für die langfristige Balance wichtig sein dürfte: der Umgang mit übermäßig reichen oder mächtigen Figuren, die sich über viele Staffeln hinweg aufbauen. Gerade weil der Fortschritt nicht zurückgesetzt wird, kann sich ein solcher Vorsprung über die Zeit verfestigen. Ob das System hier stabil bleibt, lässt sich aus dem Testzeitraum nicht abschließend beurteilen. Ein Early-Access-Start ist laut Berichten noch für dieses Jahr geplant. Erst dann wird sich zeigen, ob die Versprechen von Good Fun Corporation über eine längere Spielzeit tragen und ob der Ansatz auch dann überzeugt, wenn viele Stunden in eine einzige Figur geflossen sind.
Quelle: gamespot.com
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