Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht eine Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine entdeckt und sichergestellt worden. Nach übereinstimmenden Angaben aus Sicherheitskreisen war an dem Flugkörper ein Sprengsatz mit Zünder befestigt. Auch ein Sprecher der Nato bestätigte, dass die Drohne nahe einer ukrainischen Maschine gesichtet worden war.
Bei der Maschine, in deren Nähe die Drohne lag, handelte es sich um eine Antonow-AN-124-Transportmaschine. Das Flugobjekt wurde kurz vor Mitternacht sichergestellt und anschließend mit einem Röntgengerät untersucht. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war daran eine «unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung» angebracht. An der Drohne befanden sich demnach ein Sprengstoff und ein Zünder. Die Polizei sprach in dem Zusammenhang von einer sprengfähigen Substanz.
Bereits kurz zuvor hatte es in der Luft einen Zwischenfall gegeben: Ein Frachtflugzeug kollidierte in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle mit einem unbekannten Gegenstand. Nach übereinstimmenden Berichten war dort kurz zuvor eine Drohne entdeckt worden. Ob es sich bei dem Gegenstand um die Drohne handelte, ist weiterhin unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Zusammenstoß aufgenommen.
Der Fund führte zu erheblichen Einschränkungen am Flughafen. Auslöser des Einsatzes waren mehrere Meldungen: ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens, ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste sowie die Drohne mit dem Sprengsatz nahe der ukrainischen Antonow-Maschine. Die Betreibergesellschaft stellte den Flugbetrieb in der Nacht vorübergehend ein. Mehrere Flugzeuge, die sich zu diesem Zeitpunkt im Anflug befanden, wurden nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig umgeleitet.
Der Flughafen Leipzig/Halle ist einer der wichtigsten Frachtflughäfen Deutschlands und eine zentrale Drehscheibe für den internationalen Luftfrachtverkehr. Ein Sicherheitsvorfall wie in der Nacht wirkt sich unmittelbar auf den Frachtbetrieb aus. Die Antonow-AN-124 «Condor» gehört zu den größten Transportflugzeugen der Welt und wird vor allem für schwere und sperrige Güter eingesetzt; ukrainische Maschinen dieses Typs werden auf großen Frachtflughäfen regelmäßig abgefertigt.
In der Nähe der ukrainischen Maschinen waren nach Polizeiangaben mehrere Antonow-Transportflugzeuge abgestellt. Ob die Drohne gezielt gegen ein bestimmtes Flugzeug gerichtet war, ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen offen.
Die Sicherheitsbehörden fahnden nach dem Piloten der Drohne. Zu möglichen Tätern oder Motiven liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Auch die Frage, ob das unbekannte Flugobjekt und der verdächtige Gegenstand an der Südpiste mit der sichergestellten Drohne identisch sind, bleibt offen. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.
Wie lange der Flugbetrieb unterbrochen blieb und wann die umgeleiteten Maschinen ihren Weg fortsetzen konnten, ging aus den bisherigen Angaben der Behörden nicht hervor. Die Ermittlungen dauern weiter an.



