Technologie 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Xbox Game Pass führt monatliche Cloud-Streaming-Limits ein
Microsoft begrenzt ab November die monatliche Spielzeit im Cloud-Streaming von Xbox Game Pass. Je nach Abo-Stufe gibt es künftig 5 bis 15 Stunden inklusive, zusätzliche Zeit kann gekauft werden. Erstmals ist das Streaming auch ohne Game-Pass-Mitgliedschaft möglich.
Microsoft verschärft die Konditionen für den Cloud-Streaming-Dienst von Xbox Game Pass. Ab November gelten monatliche Zeitlimits für das Streamen von Spielen, wie der Konzern ankündigte. Je nach Abo-Stufe stehen den Nutzerinnen und Nutzern künftig nur noch 5 bis 15 Stunden pro Monat zur Verfügung. Wer mehr spielen möchte, muss zusätzlich zahlen – die Preise dafür wurden allerdings noch nicht genannt.
Die neuen Limits staffeln sich nach der gewählten Mitgliedschaft: Game Pass Ultimate enthält künftig 15 Stunden Cloud-Gaming pro Monat, Game Pass Premium 10 Stunden und Game Pass Essential nur noch 5 Stunden. Microsoft räumte ein, dass es sich um eine „bedeutende Veränderung“ handele, insbesondere für jene, die regelmäßig auf das Streaming zurückgreifen. Nach Schätzung des Unternehmens seien nur etwa vier Prozent der Game-Pass-Abonnenten betroffen. Konkrete Angaben dazu, wie diese Prognose zustande kommt, machte Microsoft nicht.
Erstmals wird das Cloud-Streaming im November auch ohne eine aktive Game-Pass-Mitgliedschaft nutzbar sein. Interessierte können dann Spielzeit direkt über den Xbox Store erwerben. Dieses Angebot richtet sich laut Microsoft an Menschen, die keine dauerhafte Mitgliedschaft abschließen wollen und nur gelegentlich streamen möchten. Auch hierfür stehen die Preise noch aus.
Als Begründung für die Umstellung nannte das Unternehmen die steigenden Kosten des Dienstes: „Wir führen dieses Modell ein, weil die Kosten für Cloud-Gaming wachsen, je mehr Menschen es nutzen und je länger sie spielen“, hieß es in der Mitteilung. Monatliche Limits erlaubten es, den Dienst weiter anzubieten und gleichzeitig in Zuverlässigkeit und Leistung zu investieren. Microsoft zeigte sich bewusst, dass für einige Spieler das praktische Ergebnis höhere Kosten bedeute. Man werde das Feedback der Community genau verfolgen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.
Der Cloud-Gaming-Dienst von Xbox läuft auf den Servern von Microsoft Azure. Das Cloud-Geschäft des Konzerns boomt derweil: Erstmals veröffentlichte Microsoft konkrete Quartalszahlen für Azure und meldete einen Umsatz von 29,4 Milliarden US-Dollar. Damit liegt das Unternehmen hinter Amazon Web Services mit 42,2 Milliarden US-Dollar, aber vor dem Cloud-Geschäft von Google mit 24,8 Milliarden US-Dollar, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Die Ankündigung dürfte vor allem Vielspielerinnen und Vielspieler treffen, die das Streaming als Alternative zum Download oder als Ergänzung unterwegs nutzen. Bislang war die Spielzeit im Cloud-Streaming nicht begrenzt. Mit der Einführung von Zeitkontingenten und Zusatzkäufen folgt Microsoft einem Modell, das aus anderen Abo-Diensten bekannt ist, und reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach Cloud-Gaming.



