Technologie 5 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
PS5: Physische Verkäufe 2026 deutlich hinter digitalen Spielen
Neue Daten von Alinea Analytics zeigen: Auf der PS5 machen digitale Spiele 2026 rund 70 Prozent der Verkäufe aus. Physische Bestseller sind vor allem Einzelspieler-Titel wie Resident Evil Requiem, während Sportspiele fast vollständig digital über die Ladentheke gehen.
Digitale Spiele dominieren auf der PlayStation 5 im Jahr 2026 klar das Geschäft. Nach Schätzungen von Alinea Analytics entfallen rund 70 Prozent der Verkäufe auf digitale Versionen, nur etwa 30 Prozent auf physische Datenträger. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen auf Basis von Verkaufsdaten für das laufende Jahr. Die Debatte um Sonys Pläne, physische Spiele auf der Plattform zurückzudrängen, scheint vorerst abgeflaut zu sein – die Zahlen zeigen jedoch, wie tief die Verschiebung hin zu Downloads bereits in der Spielerschaft verankert ist.
Die physischen Bestseller auf der PS5 sind überwiegend Einzelspieler-Titel mit hohem Produktionswert. Angeführt wird die Liste von «Resident Evil Requiem» aus dem Hause Capcom, das schätzungsweise 1,3 Millionen Einheiten auf Datenträger verkauft hat. Es ist damit das einzige Spiel, das in diesem Jahr die Marke von einer Million physischen Exemplaren überschreitet. Dahinter folgen «007 First Light» mit rund 873.000 Einheiten und «Marvel's Wolverine» mit etwa 799.000 verkauften Disc-Versionen. Auch «EA Sports FC 27» (705.000), «Assassin's Creed Black Flag Resynced» (613.000), «Crimson Desert» (511.000), «Pragmata» (442.000) und «Onimusha: Way of the Sword» (423.000) gehören zu den stärksten physischen Titeln des Jahres.
Ein genauerer Blick auf die Herkunft der Käufer erklärt einige dieser Zahlen. Wie Rhys Elliott, Leiter der Marktanalyse bei Alinea, ausführt, verkaufen sich PlayStation-Titel aus eigener Produktion sowie Spiele mit japanischem Schwerpunkt traditionell besser auf Datenträger. Bei Capcoms «Pragmata» und «Onimusha: Way of the Sword» liegt der physische Anteil in diesem Jahr nahezu gleichauf mit dem digitalen: 44,0 Prozent der verkauften Exemplare von «Pragmata» und 44,1 Prozent von «Onimusha» gingen auf Disc über den Ladentisch. Der Grund liegt im Heimatmarkt Japan, wo physische Kopien weiterhin eine größere Rolle spielen als in westlichen Märkten. «Während der digitale Anteil in Japan steigt, haben japanische Konsumenten nach wie vor eine Vorliebe für physische Kopien, stärker als in jedem westlichen Markt. Das ist kulturell verankert», so Elliott.
Andere Titel wie «Silent Hill: Townfall», «Beast of Reincarnation», «Yakuza Kiwami 3» und das Remake von «Fatal Frame 2: Crimson Butterfly» teilen sich in Japan ebenfalls nahezu hälftig zwischen physischem und digitalem Vertrieb auf. Sony versucht indes, diesen Markt behutsam in Richtung Digital zu lenken. Erst kürzlich brachte das Unternehmen eine ausschließlich digitale PS5-Version auf den japanischen Markt – zu einem attraktiven Preis von umgerechnet rund 350 Dollar.
Deutlich anders sieht es im Rest der Welt aus. Sportspiele gehören Jahr für Jahr zu den meistverkauften Titeln überhaupt, und fünf der zehn umsatzstärksten neuen PlayStation-Spiele 2026 sind Sportspiele. Bei «EA Sports FC 27» wurden nur 8,9 Prozent der Exemplare physisch verkauft. Auch «NBA 2K27», «Madden 27», «College Football 27» und «MLB The Show 26» setzen fast vollständig auf digitale Verkäufe. Die Publisher haben ihre Kundschaft über Jahre mit Frühzugang und anderen Anreizen in Richtung Download-Editionen gelenkt. Die prestigeträchtigen Einzelspieler-Titel, für die Sony bekannt geworden ist, bleiben dagegen bei Sammlerinnen und Sammlern physischer Spiele beliebt.
Für Sony ist die Verschiebung auch eine Frage des Geschäftsmodells. Bei jedem physischen Verkauf muss das Unternehmen einen Teil der Einnahmen an den Handel abgeben und trägt Vertriebskosten. Zudem verdient Sony nicht am Weiterverkauf gebrauchter Spiele. Im digitalen Store behält der Konzern dagegen rund 30 Prozent des Verkaufspreises ein – bei einem Genre, das nahezu vollständig digital abgewickelt wird, summiert sich das. Elliott sieht die wirtschaftliche Logik hinter Sonys Digitalstrategie denn auch nicht als Problem: «PlayStation wird durch den Wechsel zu Digital-only nicht unbedingt viel Umsatz verlieren. Einige Spieler werden abspringen, aber die meisten werden auf Digital umsteigen. Die Ökonomie ist solide.» Die eigentliche Schwierigkeit liege in der Kommunikation und darin, den Spielerinnen und Spielern einen gangbaren Ausstieg aus dem physischen Format zu bieten. Sony sei normalerweise zurückhaltend und rede wenig, was manchmal eine Stärke sei – hier jedoch nicht.
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