Kultur 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Taiwans Kreativfestival eröffnet mit Fokus auf geistiges Eigentum und Koproduktion
Das Taiwan Creative Content Fest startet in seine siebte Ausgabe in Taipeh. Im Mittelpunkt stehen geistiges Eigentum, internationale Koproduktionen und Exporte, während die Regierung Unterstützung für die Kreativbranche zusagt.
Das Taiwan Creative Content Fest (TCCF) hat in Taipeh seine siebte Ausgabe eröffnet. Veranstalter ist die Taiwan Creative Content Agency (TAICCA). Im Zentrum des Festivals stehen drei Themen: die Stärkung von geistigem Eigentum, Koproduktionen und der Export taiwanischer Inhalte auf den internationalen Markt. Die Regierung hat dabei ihre Unterstützung für den Kreativsektor zugesagt.
TAICCA-Vorsitzende Sue Wang eröffnete die Veranstaltung und ging dabei auf den tiefgreifenden Wandel ein, den künstliche Intelligenz für die Kreativbranchen bedeutet. Wang beschreibt KI als einen Faktor, der die Arbeitsweisen in Film, Fernsehen und anderen kulturellen Produktionsfeldern neu ordnet. Sie stellte zugleich die Frage, welche Zukunft kulturelle Inhalte unter diesen Bedingungen haben. Die Veranstaltung erkenne die jüngsten Umbrüche in der Branche ausdrücklich an, hieß es. Damit rückt das Festival die Frage in den Vordergrund, wie Schutz von Urheberrechten und neue Technologien zusammenpassen.
Das Programm umfasst Präsentationen von Film- und Fernsehprojekten, die sich an internationale Partner richten. Ein Beispiel ist «Build to Order», das Spielfilmdebüt des singapurischen Regisseurs Huang Junxiang. Die schwarze Komödie erzählt von einem Paar, das Fotos von Füßen verkauft und dabei in einer Gefriertruhe eine Leiche findet. Eine weitere Vorstellung gilt dem Dokumentarfilm «My Silly Flirty Boys» von Frankie Sin. Der Film begleitet einen taiwanischen schwulen Influencer, der für seine Hochhackentänze bekannt ist. Die Dreharbeiten zogen sich über neun Jahre hin, was den Film zu einem langfristigen Porträt einer Person und ihres Umfelds macht.
Ebenfalls vorgestellt wird die Krimiserie «Hannibal Inside» des Studios Studio76. Die Serie basiert auf dem Roman «The Monster Community», der von Kadokawa Taiwan erworben wurde. Der Erwerb der Romanrechte ist ein Beispiel dafür, wie literarische Stoffe aus Taiwan über Verwertungsrechte in audiovisuelle Projekte überführt werden. Im Mittelpunkt der Serie steht ein Koch mit Amnesie, der früher Chirurg in einem Organhandelsring war. Die Projekte zeigen, wie breit das Spektrum taiwanischer Produktionen ist, von Genrekomödien über dokumentarische Porträts bis zu Thrillern mit literarischer Vorlage.
Der Fokus auf geistiges Eigentum soll dafür sorgen, dass Stoffe aus Taiwan über Adaptionen und Koproduktionen weiter Verbreitung finden. Die Verbindung von Festival, Förderzusage und Projektpräsentationen zeigt den Anspruch, Taiwans Inhalte stärker als Teil der internationalen Film- und Fernsehwirtschaft zu positionieren. Wie sich die von Wang angesprochenen Fragen zu KI und zur Zukunft der Kulturproduktion entwickeln, bleibt nach der Eröffnung offen.
Quelle: deadline.com
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