Kultur 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Neues Ace Attorney ist VR-exklusiv und sorgt für Unverständnis bei Fans
Capcom kündigt Phoenix Wright: Ace Attorney Dual Destinies VR an – ein VR-Remake des 3DS-Klassikers von 2013, exklusiv für Meta Quest. Fans reagieren enttäuscht, weil sie seit Jahren auf Ace Attorney 7 warten.
Capcom hat auf dem Meta Connect 2026 überraschend ein neues Ace Attorney-Spiel angekündigt – doch die Freude bei den Fans hält sich in Grenzen. Bei Phoenix Wright: Ace Attorney Dual Destinies VR handelt es sich nicht um einen neuen Teil der beliebten Gerichtssaal-Reihe, sondern um eine VR-Umsetzung des 2013 für den Nintendo 3DS erschienenen Titels. Das Spiel erscheint exklusiv im Meta Horizon Store für Meta Quest 2, Quest 3, Quest 3S, Quest Pro und die Meta VR Glasses – und das erst 2027.
Die Ankündigung sorgte in der Community für Ernüchterung. Seit dem Release von Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice im Juni 2016 warten Fans auf einen echten Nachfolger, gemeinhin als Ace Attorney 7 bezeichnet. Stattdessen bekommen sie nun eine VR-Version eines 13 Jahre alten Spiels. Auf Reddit häufen sich die Kommentare, die zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor schwanken. «Das muss ein kranker Scherz sein», schrieb ein Nutzer. Ein anderer kommentierte: «Alles, nur nicht AA7, oder irgendetwas, das Sinn ergibt.» Ein weiterer Fan brachte es auf den Punkt: «Die Reihe ist tot.» Die Kommentarfunktion unter dem offiziellen Trailer auf YouTube wurde vorsorglich deaktiviert.
Dabei hatte die Ankündigung durchaus Potenzial. Laut offizieller Beschreibung wurde der 3DS-Titel «für VR neu aufgebaut». Spielerinnen und Spieler können «OBJECTION!» laut ausrufen und per Handtracking Zeugen befragen oder Beweise vorlegen. Man «durchläuft» 3D-Tatorte, hebt Beweismittel auf und betrachtet sie aus jedem Winkel, um die Unschuld der Mandantschaft zu beweisen. «Wer möchte nicht das ikonische Coverbild des Spiels nachstellen?», heißt es in der Ankündigung. Für eingefleischte Fans klingt das nach einer netten Spielerei – aber nicht nach dem, worauf sie seit über einem Jahrzehnt warten.
Die Enttäuschung hat System. Dual Destinies war der fünfte Hauptteil der Reihe und erschien 2013 zunächst auf dem Nintendo 3DS, später auf weiteren Plattformen. Es folgte Spirit of Justice 2016. Seitdem gab es zwar Ports und Remaster-Sammlungen, aber keinen neuen Serienteil. Die Ankündigung eines VR-Remakes wirkt da wie ein Tropfen auf den heißen Stein – oder, wie es ein Reddit-Nutzer formulierte, wie ein schlechter Witz. «Ich habe es heute Morgen irgendwo als Meme gesehen und nicht geglaubt. Jetzt sehe ich die offizielle Ankündigung. Hey, wtf. Es ist langsam lustig», schrieb ein Fan.
Ob das VR-Spiel trotz aller Kritik seine Abnehmer finden wird, bleibt abzuwarten. Die Meta Quest-Plattform hat eine wachsende Nutzerbasis, und interaktive Krimi-Erlebnisse sind dort gefragt. Doch die Ace Attorney-Community ist traditionell auf Nintendo-Konsolen und PCs zu Hause. Eine Exklusivität für Meta-Geräte dürfte viele langjährige Fans ausschließen – und den Unmut weiter vergrößern. Die Frage, wann Ace Attorney 7 erscheint, bleibt unbeantwortet. Capcom hat sich dazu bislang nicht geäußert.
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