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Mittwoch, 2. September 2026 · Berlin

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Lego Skylines ist mehr als nur ein neues Gewand für Cities Skylines

Paradox Interactive hat auf der Gamescom Lego Skylines vorgestellt. Der neue Städtebauer startet bewusst klein: Statt Wohngebiete zu planen, baut man zunächst ein einzelnes Haus für eine Lego-Familie. Das Spiel verbindet entspanntes Bauen mit den typischen Humor-Elementen der Lego-Spiele.

Lego Skylines ist mehr als nur ein neues Gewand für Cities Skylines
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Paradox Interactive hat auf der Gamescom einen ersten spielbaren Eindruck von Lego Skylines präsentiert. Der neue Städtebauer ist deutlich mehr als nur eine optische Neuauflage des bekannten Cities Skylines. Statt einer simplen Haut handelt es sich um ein eigenständiges Spiel, das von Grund auf als Lego-Erfahrung entwickelt wurde. Das zeigt sich bereits in den ersten Minuten: Man wählt zunächst einen Avatar aus verschiedenen Lego-Minifiguren und wird so zu einer greifbaren Figur in der Spielwelt.

Der Einstieg unterscheidet sich grundlegend vom Vorbild. Anstatt Wohngebiete auszuweisen, baut man zunächst ein einzelnes Haus für eine konkrete Lego-Familie. Diese Familie hat eigene Wünsche und Bedürfnisse. Im ersten Beispiel wollte die Familie einen Gartenzwerg vor dem Haus platziert haben. Häuser werden über Menüs zunächst nach Größe und dann nach Aussehen ausgewählt. Häuser gleicher Größe sind funktional identisch, aber man kann zwischen einem modernen Flachdach-Stadtbau und einem rustikalen Bauernhaus wählen. Die Hausart beeinflusst, welche Umgebung die Bewohner bevorzugen.

Deko-Elemente wie Springbrunnen, bunte Rutschen oder Food-Trucks können in quadratischen Feldern rund um die Häuser platziert werden. Diese Elemente spiegeln Stimmungen wie gemütlich, traditionell oder modern wider. Wer die Wünsche der Familien erfüllt, erhöht den Attraktionswert der Siedlung. Ein Scheitern ist jedoch nicht möglich, wenn man sich für Ästhetik statt Funktionalität entscheidet. Arbeitsplätze sind entscheidend für Glück, Steuern und Ressourcenketten. Jedes Haus, jedes Deko-Feld und jeder Arbeitsplatz verfügt über eigene Anpassungsmenüs, die eine detaillierte kreative Gestaltung ermöglichen. Ob Dachfarbe, Blumen auf dem Rasen oder ein kleiner Gartenschuppen – viele Details lassen sich individuell einstellen.

Beim Platzieren von Bauteilen gibt es das befriedigende Einrastgeräusch zweier Lego-Steine. Im Digitalen lassen sich Blöcke jedoch leichter wieder entfernen, wenn sie nicht passen. Arbeitsplätze müssen für die erwachsenen Bewohner der langsam wachsenden Stadt gebaut werden. Anfangs sind es Bauernhöfe, später kommen weitere Industrie- und Dienstleistungsarten hinzu. Ressourcen erscheinen in vier Farben auf dem Boden und können die Produktivität steigern, wenn sie passend zugeordnet werden. Verpflichtend ist das aber nicht.

Der größte Unterschied zu Cities Skylines liegt im Tempo. Während das Originalspiel früh konstanten Druck aufbaut, führt Lego Skylines die Spielmechaniken langsam und nacheinander ein. Ressourcenketten und Glückswerte werden schrittweise erklärt, ohne den Spieler zu überfordern. Der Fokus liegt zunächst darauf, Zeit zum Gestalten zu haben. Erst im späten Spiel entstehen drängendere Probleme. Das Aufleveln der Stadt erfolgt sanft und manuell, wenn genügend Punkte gesammelt wurden. Wer möchte, kann vorher noch Nebenquests erledigen oder weitere Bauteile platzieren.

Durch die starke Zoomfunktion bis auf einzelne Häuser bringt das Spiel die Spieler mit verschiedenen Minifiguren in Kontakt, die eigene Persönlichkeiten besitzen. In einer Nebenquest sollte ein Blumengarten für einen Rentner gebaut werden, in einer anderen entlaufene Hühner eingefangen werden. Eine Figur wünschte sich ein abgelegenes Haus im Wald, obwohl sie offenbar wenig Überlebensinstinkt hatte. Der Dialog ist häufig witzig und erinnert an den typischen Humor von Lego-Spielen. Jede Figur hat einen Namen und einen Grund für ihre Bitte, was das Spielgefühl verstärkt, mit echten Lego-Figuren zu spielen.

Eigene Gebäude von Grund auf zu konstruieren ist derzeit nicht möglich, alle Bauwerke sind vorgefertigt. Als Paradox-Spiel dürfte jedoch die Modding-Szene schnell eigene Kreationen beisteuern. Das Gameplay ähnelt dem Verbinden vorgefertigter Sets zu etwas Größerem, wirkt dabei aber persönlich. Es handelt sich um eine echte Stadtsimulation, in der jede Minifigur einen Job, eine Familie, ein Zuhause und Freizeitvorlieben hat. Man kann hineinzoomen und beobachten, wie die Bewohner spazieren gehen, sich unterhalten, einkaufen oder die Deko bewundern. Freizeiteinrichtungen wie Skateparks werden von den Bürgern tatsächlich genutzt.

Mit seinem langsamen Start und der sanften Lernkurve eignet sich Lego Skylines als Einstieg in das Genre für Kinder, die mehr aus ihren Spielzeugen herausholen möchten. Der Sandbox-Modus erlaubt Anpassungen von Steuern bis zu Biomen und funktioniert als rein kreativer Spielplatz. Das Spiel richtet sich aber nicht ausschließlich an Kinder. Auch erfahrene Spieler von Cities Skylines müssen sich mit einigen Mechaniken erst vertraut machen. Wer zu sehr auf Gestaltung achtet und den Bau von Stromgeneratoren vergisst, bekommt Probleme. Einige Herausforderungen sind anspruchsvoll und erfordern Kompromisse. Lego Skylines zeigt, dass tiefe Simulation und entspanntes Städtebauen keine Gegensätze sein müssen.

Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.