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Freitag, 23. Oktober 2026 · Berlin

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Debra Wilson wehrt sich gegen Gesichtsscans in Videospielen

Die Schauspielerin Debra Wilson kritisiert, dass Entwickler ihr Gesicht immer wieder für Videospielcharaktere scannen. Bei Marvel's Wolverine zog sie nun eine Grenze: Ihre Tattoos sollten ebenfalls digitalisiert werden.

Debra Wilson wehrt sich gegen Gesichtsscans in Videospielen
‘Now You’re Pushing It’ — Debra Wilson Drew the Line at the Wolverine Devs Scanning Her Tattoos Into the Game

Die Schauspielerin Debra Wilson hat in einem Interview mit GameSpot deutlich gemacht, dass sie es nicht mehr schätzt, in Videospielen immer wieder mit ihrem eigenen Gesicht aufzutauchen. Wilson, die unter anderem in Star Wars Jedi: Fallen Order, Wolfenstein: The New Colossus und God of War Ragnarok zu sehen war, sagte, sie würde lieber Figuren spielen, die ihr nicht ähneln. «Ich mag es nicht unbedingt», erklärte sie. «Weil ich es genauso gut vor der Kamera machen könnte. Es ist schwer, die eigene Ungläubigkeit aufrechtzuerhalten.»

In der Gaming-Community ist Wilsons Omnipräsenz längst zu einem Meme geworden. Spielerinnen und Spieler beschweren sich, dass sie aus der Spielerfahrung gerissen werden, weil sie ihr Gesicht ständig wiedererkennen. Wilson zeigt Verständnis für diese Reaktionen: «Ich gebe ihnen keine Schuld, weil ich genauso empfinde. Warum muss mein Gesicht gezeigt werden?» Sie verwies auf Figuren wie Amanda Waller in Suicide Squad, Grace Walker in Wolfenstein: The New Colossus und nun Callisto im kommenden Wolverine-Spiel. «Ratet mal, wie sie aussieht?»

Besonders weit gingen die Entwickler von Marvel's Wolverine nach Wilsons Darstellung bei der Digitalisierung ihres Äußeren. «Sie wollten meine Original-Tattoos scannen. Ich sagte nur: ‚Jetzt geht ihr zu weit. Nein, das geht zu weit.‘» Die Schauspielerin zeigte sich zugleich dankbar für Rollen, in denen ihre Figur europäisch aussieht und ihr Gesicht nicht eins zu eins übernommen wird. Eine vertragliche Klausel gegen solche Scans möchte sie jedoch nicht fordern, da sie Kreativen die Freiheit lassen will, ihre Geschichten so zu erzählen, wie sie es für richtig halten.

Wilson betonte, dass es auf das jeweilige Projekt ankomme. In Death Stranding 2 etwa wurde ihre Ähnlichkeit verwendet, aber ebenso die fast aller anderen Mitwirkenden. «Ich bin nicht verärgert über diese Entscheidung, weil alle wie sie selbst aussehen», sagte sie. Regisseur Hideo Kojima habe genau gewusst, was er wolle. «Er ist mehr als ein Regisseur. Er ist ein Künstler.»

Die 53-Jährige ist eine der bekanntesten Stimmen und Gesichter der Branche. Sie hat in über 100 Spielen Hauptrollen gesprochen und ist zugleich in einer zweistelligen Zahl von Titeln auch physisch als Vorlage gescannt worden. Ihre Präsenz reicht von Dämonen und Drachen bis hin zu Jedi-Meistern. Wolfenstein-Schnittregisseur Tom Keegan nannte sie laut GameSpot «seine Muse», weil er so gern mit ihr arbeitet. Für Wilson selbst ist die ständige Wiederkehr ihres Gesichts jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ermöglicht sie ihr Arbeit, andererseits nimmt sie ihr die Möglichkeit, in andere Rollen einzutauchen.

Erst kürzlich wurde ihre Omnipräsenz in dem Internetvideo «Focus M» parodiert, das AAA-Spieledesign aufs Korn nimmt. Darin entpuppt sich Wilson als Stimme hinter Toadsworth – ein Gag, den sie nach eigener Aussage erst sah, als GameSpot ihr das Video zeigte. Sie habe ihn geliebt. Solche Kommentare und Späße dringen nur selten zu ihr durch, doch ganz entgehen kann sie der Diskussion nicht. «Ich gebe ihnen keine Schuld, weil ich genauso empfinde», wiederholte sie.

Wilson, die zuletzt als Jessica Pike in Ace Combat 8: Wings of Theve und als Callisto in Marvel's Wolverine zu hören sein wird und Hintergrundstimmen in Modern Warfare 4 beisteuerte, sucht nach eigenen Worten stets nach dem Kern, der Menschen ausmacht. Die Möglichkeit, jemand völlig anderes zu sein, habe sie ursprünglich an Videospielen fasziniert – eine Magie, die durch die wiederholte Verwendung ihres eigenen Gesichts für sie verloren geht.

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Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.